USA-Reise 1994, Rocky Mountains, Reisebericht:   «    ‹   Teil 3.1   › 

Planungsaspekte

Unsere ersten beiden Reisen führten vorwiegend zu den hierzulande allgemein bekannten Zielen Nordamerikas, 1987 in den Südwesten der USA bzw. 1991 in den Nordwesten der USA & den Südwesten von Canada, jeweils von der Pazifikküste bis zu den Rocky Mountains. Dabei haben wir zwar die Continental Divide, die Wasserscheide zwischen Pazifik und Atlantik, in den Rockies bereits mehrfach überquert, aus Zeitgründen jedoch viele der anfangs nicht so attraktiv eingeschätzten sowie der uns damals noch weitgehend unbekannten Sehenswürdigkeiten ausgelassen. Daraus ergab sich der Wunsch, während der nächsten Reise sehenswerte Ziele innerhalb bzw. in der Umgebung der Rocky Mountains zu besuchen.

Zu Beginn unserer Planung gab es zunächst ein paar markante Punkte, die wir ganz bestimmt aufsuchen wollten. Dazu gehörten im Südwesten von Colorado der bei der ersten Reise ausgelassene Mesa Verde NP sowie der wild-romantische Canyon des Animas River, der nur mit der Durango & Silverton Narrow Gauge Railroad, einer dampfbetriebenen Schmalspurbahn durchfahren werden kann. Da nach unserer ersten Reise von 1987 in den Medien lang und breit über einen verheerenden Brand im Yellowstone NP berichtet wurde, wollten wir auch diesen vor dem großen Brand bereits besichtigten Nationalpark im Nordwesten von Wyoming nochmals aufsuchen. Des weiteren stand der etwas abgelegene Mt. Rushmore mit den vier Präsidentenköpfen in den Black Hills von South Dakota auf unserer Wunschliste, dessen Besuch mit einer Besichtigung des in der Nähe gelegenen Badlands NP kombiniert werden sollte. In der Nähe von Denver CO interessierte uns von den 53 Gipfeln über 14000 ft (4267 m) besonders der 13. Berg dieser Hitliste, der Mt. Evans mit 14264 ft (4348 m), auf den bis zu einer Höhe von 14127 ft (4306 m) der höchste mit dem Auto befahrbare Highway der USA führt.

Da beide Autoren dieser Homepage aus Harzer Bergmannsfamilien stammen, besteht ein inhärentes Interesse an Bergbau einschließlich dessen Historie sowie an Tropfsteinhöhlen. Beides ist in den Rockies in hinreichender Menge vorhanden, so daß besonders in Colorado genügend interessante Objekte aus diesem Bereich in den Reiseplan aufgenommen werden konnten. Eine Pauschalreise (mit Reiseleitung) würde wohl kaum derart speziellen Interessen gerecht werden. Als großes bekanntes Tropfsteinhöhlensystem gehörte somit der Carlsbad Caverns NP im Südwesten von New Mexico zu den besonderen Favoriten. Von dort aus ist es dann nicht mehr weit zum hierzulande weniger bekannten Big Bend NP im großen Bogen des Rio Grande an der mexikanischen Grenze. Dieser Nationalpark im Westzipfel von Texas wurde der südlichste Punkt der Reise. Mit 29,2 Grad nördlicher Breite liegt er bereits so weit im Süden wie z.B. die Kanarische Insel Lanzarote, das südliche Mittelmeer, der Golf von Sues oder der Golf von Aqaba (Elat, südlichste Stadt Israels).

Obwohl wir im Südwestbereich einer möglichen Rundreise keinen Mangel an Sehenswürdigkeiten befürchtet hatten, waren wir doch überrascht, wie viele Nationalparks und National Monuments, sich hier wie Perlen auf einer Schnur aneinanderreihen. Als besonders informativ erwies sich vor der Detailplanung die Diskussion mit einem USA-erfahrenen Mitarbeider der ADAC-Reise-GmbH auf einer Touristik-Ausstellung im Herbst 1993. Vom Carlsbad Caverns NP und Guadaloupe Mountains NP an der Grenze zwischen New Mexico und Texas und einem Umweg über den Big Bend NP in TX folgen nach dem White Sands NM in New Mexico im Osten der Rocky Mountains nach einer gewissen "Durststrecke" durch die Rockies auf deren Westseite von Süden nach Norden in Arizona Petrified Forest NP, Canyon de Chelly NM, in Colorado Mesa Verde NP, Canyon des Animas River mit der Durango & Silverton NGRR, in Utah mit ein paar kleinen Umwegen Arches NP, Natural Bridges NM, Canyonlands NP, Capitol Reef NP, bevor man schließlich über Provo zum Großen Salzsee kommt. In dessen Umgebung interessierte uns die bei der ersten Reise ausgelassene Bingham Canyon Mine (ein besoners großer Kupfertagebau), das Browning Firearms Museum in Ogden und die Golden Spike NHS, der historische Treffpunkt (Promontory Point) der erste transkontinentalen Eisenbahnverbindung zwischen den Gleisen der beiden in diesem Bereich konkurrierenden Gesellschaften Union Pacific und Central Pacific.

Die Reiseplanung basiert hauptsächlich auf geeigneten Angaben in der gesammelten USA-Reiseliteratur, da während dieser Zeit (Ende 1993 / Anfang 1994) der Umgang mit dem Internet für diese Zwecke noch nicht so gebräuchlich war. Während der genaueren Planung erwies sich eine Aufenthaltsdauer von vier Wochen als recht knapp und hätte zu einigen Abstrichen geführt. Mit fünf Wochen konnte auch die alte Bergwerksstadt Butte in Montana mit ihrem "World Museum of Mining" besucht werden. Als nördlichster Punkt der Reiseroute liegt Butte auf 46,0 Grad nördlicher Breite, was in Europa der Lage von Lugano in der Schweiz, Trient in Italien bzw. des Luganer oder Comer Sees entspricht. Als Start- und Zielpunkt einer wegen der Mietwagenkosten zweckmäßigen Rundreise wurden Denver CO und Salt Lake City UT erwogen. Anfangs erschien Salt Lake City ganz aussichtsreich, dessen Flughafen wir als Zwischenstopp und Umsteigepunkt nach Los Angeles bzw. San Francisco kannten. Auf Grund der Flugpreise und der Anschlüsse in Deutschland entschieden wir uns letztendlich jedoch für Denver, weil zu einem günstigen Tarif der Anschlußflug mit einem "City-Hopper" der KLM von Hannover nach Amsterdam zum Flug Amsterdam - Denver der Northwest (als Kooperationspartner der KLM) eingeschlossen war.

Zur detaillierten Planung der Reise wurde eine Tabelle für die vorgesehenen Tagesetappen, die zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten und die Übernachtungsorte aufgestellt, wie sie als tabellarischer Reiseverlauf im nächsten Kapitel angegeben ist. Dabei fehlten jedoch (außer für die erste Nacht) die erst vor Ort auszuwählenden Motels. Die zugrundegelegten Entfernungen wurden den verfügbaren Karten entnommen, wobei die Angaben in Meilen zweckmäßigerweise beibehalten und nicht einzeln in km umgerechnet wurden (1 mi = 1,609 km, d.h. ca. 1,6 km). Die zugehörigen Fahrzeiten sind bei der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 55 mph (auf Freeways inzwischen immer öfter 65 mph und manchmal sogar 75 mph) wie bei den vorherigen Reisen entsprechend der jeweiligen Straßenkategorie näherungsweise mit folgenden Durchschnittsgeschwindigkeiten geschätzt und auf ganze Stunden gerundet worden.

Dabei sind kurze Stopps zum Tanken bzw. an Aussichtspunkten an der Strecke bereits eingeschlossen. Bei den Fahrtstrecken und Übernachtungsorten gab es während der Reise entsprechend den vorgefundenen Gegebenheiten (z.B. Besichtigungsobjekte mehr oder weniger interessant als erwartet, zusätzlich entdeckte Sehenswürdigkeiten an der Route oder vorgesehener Übernachtungsort zu klein bzw. ohne geeignetes Motel) naturgemäß gegenüber der Planung gewisse zeitliche Verschiebungen und Streckenänderungen in beiden Richtungen. Insgesamt wurden statt der geplanten 6461 mi (10396 km) tatsächlich 7297 mi (11741 km) zurückgelegt, also eine um 836 mi (1345 km), d.h. 13 % längere Strecke. Der größte Teil davon entfällt auf die bei der Planung bewußt nicht erfaßten Fahrten im Nahbereich zu verschiedenen bzw. zusätzlichen Sehenswürdigkeiten, zum Einkaufen, zu Waschsalons, zu preiswerteren Logis in den Außenbezirken größerer Städte und teilweise auch zum Essen, zum Anschauen der betreffenden Stadt und/oder ihrer Umgebung sowie manchmal auch zum Suchen einer bestimmten schwer zu findenden Sehenswürdigkeit bzw. einem umquartierten Museum.

Stand: 10.03.2007 / © MG


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