USA-Reise 1994, Rocky Mountains:   «    ‹   Bild 3.58   › 

Bingham Copper Mine UT, 2½ mi Ø  ½ mi tief (4 km Ø  800 m tief)

Die Bingham Copper Mine ist ein Kupfertagebau von 2½ Meilen (4 km) Durchmesser und ½ Meile (800 m) Tiefe, in dem die Firma Phelps Dodge großtechnisch Erz mit einem mittleren Kupfergehalt von nur 0,6 % erfolgreich abbaut. An einigen Stellen der Flanken sind noch ein paar Stollen aus der Zeit der früheren (bergmännischen) Untertagebaue zu sehen. Nach Angaben der Bergwerksgesellschaft gilt dieser Tagebau als "greatest man-made hole", also als größtes von Menschen hergestelltes Loch der Welt. Nach einigen Schwierigkeiten, die Zufahrt zu dieser Anlage südlich des Großen Salzsees zu finden, kamen wir erst gegen Abend kurz vor dem Ende der Besichtigungszeit dort an, als die Lichtverhältnisse zum Fotografieren schon problematisch wurden.

Eine besondere Überraschung war für uns die deutschsprachige Erläuterung vom Tonband, die ein uniformierter Sicherheitsbediensteter am Besucherzentrum freundlicherweise für uns gestartet hatte. Als es plötzlich hinter uns aus einem etwas überlasteten Lautsprecher in breitestem Sächsisch losplärrte, "Meene Damen un Härren, Se schtähen hier vorm greeßten Gubferdachebau dr Wält", lachten wir beide spontan los, nachdem nur wenige Jahre zuvor der "eiserne Vorhang" zwischen beiden Teilen Deutschlands gefallen war und man diesen in Westdeutschland fast vergessenen Zungenschlag auch im täglichen Leben wieder hören konnte. Der Sicherheitsbedienstete war über unseren Heiterkeitsausbruch zunächst irritiert, mußte dann aber mitlachen, als wir ihm in einem längeren Gespräch die Hintergründe erklärt hatten. Wir erfuhren dann, daß der Sprecher der Tonbandaufzeichnung bereits seit 25 Jahren als Bergwerksingenieur bei der Gesellschaft in den USA arbeitete. Das erklärte dann auch die Aussprache älterer bergmännischer Fachausdrücke mit sächsischem und neuerer Fachbegriffe mit amerikanischem Akzent in der Tonbandaufnahme.

Stand: 24.08.2009 / © MG


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