USA-Reise 1991, NW-USA & SW-Canada, Reisebericht:   «    ‹   Teil 2.1   › 

Planungsaspekte

Nach unserer ersten Reise 1987 zu weitgehend bekannten Zielen im Südwesten der USA von den Rocky Mountains bis zur Pazifikküste interessierte uns für die nächste Reise die Region nördlich davon bis hin zu den beiden kanadischen Nationalparks Jasper und Banff. Inzwischen hatten wir weitere Literatur über lohnende Reiseziele gesammelt, so daß wir diese Reise bereits weitgehend allein planen konnten. Anfangs war es noch unbestimmt, ob der inzwischen volljährige Sohn uns nochmals begleiten würde. Deshalb wurde diese Reise als einzige für den Beginn der Nachsaison geplant. Kurz vor Buchung ergab sich jedoch, daß der Sohn aus persönlichen Gründen doch nicht mitfahren würde.

Zu Beginn unserer Planung gab es auch bei dieser Reise ein paar markante Punkte, die wir ganz bestimmt aufsuchen wollten. Dazu gehörten die beiden bereits erwähnten kanadischen Nationalparks, von denen der Jasper NP der nördlichste Punkt der Route werden sollte. Als Start- und Zielort einer solchen Rundreise bot sich San Francisco an. Von dort aus sollte es an der Pazifikküste nach Norden gehen, wo unter anderem Bodega Bay (der Drehort des Hitchcock-Films "Die Vögel"), Fort Ross (das südlichste ehemals russische Fort) sowie mehrere Parks mit Redwood- und Mammutbäumen liegen. Neben Tropfsteinhöhlen und Dünen in Oregon interessierten uns Zeugnisse älterer und jüngerer Vulkantätigkeit im Nordwesten der USA, wie der Crater Lake NP, der Mt. Rainer NP und der Mt. St. Helens, der erst elf Jahre zuvor am 18.05.1980 auf spektakuläre Weise ausgebrochen war. Inzwischen gab es ein neues Visitor Center, und ein Teil der Zufahrtsstraßen war wieder hergestellt und für Touristen freigegeben. Außerdem interessierte uns der Olympic NP im Bundesstaat Washington, der Nordwestecke der USA, der mit ca. 6000 mm Niederschlag pro Jahr zu den niederschlagsreichsten Gebieten außerhalb der Tropen gehört. Über Seattle und die Talsperren am Skagit River sollte es in Canada weitergehen durch das Tal des Fraser River, vorbei am Hells Gate nach Jasper. Von dort führt der Icefield Park Way nahe am Kamm der Rocky Montains vorbei an zahlreichen Gletschern des Columbia Ice Field zum etwa 300 km entfernten Banff. Über den Glacier NP (an der Grenze zwischen Canada und den USA) sollte es weitergehen längs des historischen Lewis & Clark Trails durch die Bitter Root Range zum wenig bekannten und touristisch kaum erschlossenen Hells Canyon des Snake River (an der Grenze zwischen Idaho und Oregon), der jedoch mit ca. 2000 m tiefer ist als der Grand Canyon des Colorado River. Der Rückweg nach San Francisco sollte durch die Spielerstadt Reno, vorbei am Lake Tahoe und am Devils Postpile NM durch den Yosemite NP führen. Bei genügend Zeitreserve am Ende der Reise war noch eine Schleife durch den Kings Canyon NP und den Sequoia NP südlich des Yosemite NP vorgesehen, die wie geplant gefahren werden konnte.

Die Planung dieser Reise basiert bereits großenteils auf geeigneten Angaben in dem Teil der damals bereits gesammelten USA-Reiseliteratur und auf Empfehlungen von Freunden und Kollegen. Während dieser Zeit (Ende 1990 / Anfang 1991) war an das Internet zur Reiseplanung noch nicht zu denken. Als Start- und Zielpunkt einer wegen der Mietwagenkosten zweckmäßigen Rundreise an der Westküste erwies sich San Francisco als zweckmäßig, weil dorthin ähnlich viele preiswerte Urlaubsflüge angeboten wurden wie nach Los Angeles. Auf Grund der nicht so überzeugenden Erfahrungen mit der "größten amerikanischen Charterfluggesellschaft" bei der ersten Reise vier Jahre zuvor wählten wir diesmal ähnlich preiswerte Tickets für einen Linienflug mit United Airlines von Hamburg über London nach San Francisco.

Zur detaillierten Planung der Reise wurde eine Tabelle für die vorgesehenen Tagesetappen, die zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten und die Übernachtungsorte aufgestellt, wie sie als tabellarischer Reiseverlauf im nächsten Kapitel angegeben ist. Dabei fehlten jedoch alle erst vor Ort auszuwählenden Motels. Da wir bereits am frühen Nachmittag in San Francisco ankommen sollten, buchten wir dieses Mal auch für die erste Nacht kein Zimmer im voraus. Die zugrundegelegten Entfernungen wurden den verfügbaren Karten entnommen, wobei die Angaben in Meilen zweckmäßigerweise beibehalten und nicht einzeln in km umgerechnet wurden (1 mi = 1,609 km, d.h. ca. 1,6 km). Die zugehörigen Fahrzeiten sind bei der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 55 mph (auf Freeways auch schon mal 65 mph) entsprechend der jeweiligen Straßenkategorie näherungsweise mit folgenden Durchschnittsgeschwindigkeiten geschätzt und auf ganze Stunden gerundet worden.

Dabei sind kurze Stopps zum Tanken bzw. an Aussichtspunkten entlang der Strecke bereits eingeschlossen. Bei den Fahrtstrecken und Übernachtungsorten gab es während der Reise entsprechend den vorgefundenen Gegebenheiten (z.B. Besichtigungsobjekte mehr oder weniger interessant als erwartet, zusätzlich entdeckte Sehenswürdigkeiten an der Route oder vorgesehener Übernachtungsort zu klein bzw. ohne geeignetes Motel) naturgemäß gegenüber der Planung gewisse zeitliche Verschiebungen und Streckenänderungen in beiden Richtungen. Insgesamt wurden statt der geplanten 5446 mi (8763 km) tatsächlich 6300 mi (10137 km) zurückgelegt, also eine um 854 mi (1374 km), d.h. 16 % längere Strecke. Der größte Teil davon entfällt auf die bei der Planung bewußt nicht erfaßten Fahrten im Nahbereich zu verschiedenen bzw. zusätzlichen Sehenswürdigkeiten, zum Einkaufen, zu Waschsalons, zu preiswerteren Logis in den Außenbezirken größerer Städte und teilweise auch zum Essen, zum Anschauen der betreffenden Stadt und/oder ihrer Umgebung sowie manchmal auch zum Suchen einer bestimmten schwer zu findenden Sehenswürdigkeit.

Stand: 26.04.2007 / © MG


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