USA-Reise 1987, Südwesten der USA, Reisebericht:   «    ‹   Teil 1.1   › 

Planungsaspekte

Reiseberichte und Schwärmereien von Bekannten und Kollegen über die USA und besonders deren ehemaligen "Wilden Westen", dessen Landschaft sich so spektakulär von Europa unterscheidet, ließen über Jahre unseren Plan reifen, diese Gegend selbst zu besuchen. Allerdings verhinderte außer dem hohen Dollarkurs (über 2,50 DM) die noch recht hohe und damit teure Hypothek auf das erworbene Haus und der noch zu junge Sohn mit unzureichenden Englischkenntnissen etliche Jahre lang die Verwirklichung dieses Traums. Konkrete Formen nahm unsere Planung nach einer gut einwöchigen Geschäftsreise des Autors nach Los Angeles an. Neben ein paar Besichtigungen in LA, z.B. der Filmkulissenstadt Universal City in Hollywood, ermöglichte das eingeschlossene freie Wochenende eine Rundfahrt über den Highway 1 entlang der Pazifikküste nach San Francisco, von dort ins Landesinnere zum Yosemite NP und durch das Obstanbaugebiet des San Joaquin Valley (Big Valley) zurück nach LA. Die Erfahrungen auf dieser spontan unternommenen Rundreise waren so ermutigend, daß ich mir vornahm, auch meine Familie damit begeistern zu können. Nachdem die Hypothek fast vollständig bezahlt war und der Sohn mit 16 Jahren sowohl genügend Englisch konnte als auch für eine derart lange Reise durch den Wilden Westen zu gewinnen war, konnte es dann 1987 endlich losgehen.

Zu Beginn unserer Planung gab es zunächst ein paar markante Punkte, die wir ganz bestimmt aufsuchen wollten. Dazu gehörten die Sehenswürdigkeiten, die mir nach eigener Anschauung bereits gefallen hatten, und solche, die allgemein bekannt sind oder uns als sehenswert empfohlen wurden. Da wir bei dieser ersten Reise noch recht unerfahren waren und die Attraktivität einzelner Sehenswürdigkeiten nur schwer einschätzen konnten, orientierten wir uns bei der Planung an den seinerzeit noch in großer Zahl angebotenen Busrundreisen. Nach längerer Diskussion, ob das nicht schon zu weit sei, wurde schließlich der Yellowstone NP als Nordzipfel der Rundtour festgelegt. An der weiten Durststrecke dorthin durch Nevada und Nord-Utah liegt der Große Salzsee mit der sehenswerten Hauptstadt Salt Lake City. Auf der Rückfahrt nach Süden zum Black Canyon des Gunnison NM boten sich der Grand Teton NP und das Dinosaur NM zum Besichtigen an. Der Mesa Verde NP und die Durango & Silverton Schmalspurbahn wurden aus damaliger Unkenntnis und Zeitgründen nicht in unser Besuchsprogramm aufgenommen, obwohl die geplante Route auf dem Weg zum Grand Canyon NP kurz vor Four State Corner und dem Monument Valley direkt daran vorbeiführte. Als Übernachtungsort in der Nähe des Grand Canyon wurde der Ort Page am Glen Canyon Dam des Lake Powell gewählt. Das ist die nächste Möglichkeit, um vom touristisch erschlossenen Südrand (South Rim) des Grand Canyon mit dem Auto den Colorado zu überqueren und die nördlich davon gelegenen Nationalparks Bryce Canyon und Zion zu erreichen. Über die Spielerstadt Las Vegas und Calico Ghost Town konnte es bei knapper Zeit direkt nach LA zurückgehen. Entsprechend dem vorgesehenen Zeitplan war noch eine Schleife nach Süden über das Joshua Tree NM und San Diego an der mexikanischen Grenze vorgesehen.

Die Planung dieser Reise basiert bereits teilweise auf geeigneten Angaben in dem Grundstock der damals bereits gesammelten USA-Reiseliteratur und auf Empfehlungen von Freunden und Kollegen. Während dieser Zeit (Ende 1986 / Anfang 1987) war an das Internet zur Reiseplanung überhaupt noch nicht zu denken. Als Start- und Zielpunkt einer wegen der Mietwagenkosten zweckmäßigen Rundreise an der Westküste erwies sich Los Angeles als zweckmäßig, weil dorthin die meisten preiswerten Urlaubsflüge angeboten wurden. Auf Grund der Flugpreise und der Anschlüsse in Deutschland wählten wir ein besonders preiswertes Ticket für einen Charterflug mit der American TransAir (ATA) von Hamburg nach New York (mit Zwischenlandung in Gander / Neufundland) und anschließendem Inlandsflug über Salt Lake City nach LA. Die Abfertigung beim Einchecken zum Charterflug entsprach dem Preisniveau des Flugscheins, und das Gepäck konnte nicht durchgängig zwischen LA und Hamburg befördert werden. Aber wenigstens brauchten wir nicht auf stundenlange Verspätungen des Charterflugzeugs zu warten, wie es Bekannten von uns bei späteren Flügen mit dieser Gesellschaft ergangen ist. Zum Glück wurden für unsere späteren Reisen die Linienflüge über den Nordatlantik so billig, daß wir auf dieser Strecke seither an keinem Charterflug mehr teilgenommen haben.

Zur detaillierten Planung der Reise wurde eine Tabelle für die vorgesehenen Tagesetappen, die zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten und die Übernachtungsorte aufgestellt, wie sie als tabellarischer Reiseverlauf im nächsten Kapitel angegeben ist. Dabei fehlten jedoch (außer für die erste Nacht) die erst vor Ort auszuwählenden Motels. Die zugrundegelegten Entfernungen wurden den verfügbaren Karten entnommen, wobei die Angaben in Meilen zweckmäßigerweise beibehalten und nicht einzeln in km umgerechnet wurden (1 mi = 1,609 km, d.h. ca. 1,6 km). Die zugehörigen Fahrzeiten sind bei der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 55 mph (auf Freeways auch schon mal 65 mph) entsprechend der jeweiligen Straßenkategorie näherungsweise mit folgenden Durchschnittsgeschwindigkeiten geschätzt und auf ganze Stunden gerundet worden.

Dabei sind kurze Stopps zum Tanken bzw. an Aussichtspunkten entlang der Strecke bereits eingeschlossen. Bei den Fahrtstrecken und Übernachtungsorten gab es während der Reise entsprechend den vorgefundenen Gegebenheiten (z.B. Besichtigungsobjekte mehr oder weniger interessant als erwartet, zusätzlich entdeckte Sehenswürdigkeiten an der Route oder vorgesehener Übernachtungsort zu klein bzw. ohne geeignetes Motel) naturgemäß gegenüber der Planung gewisse zeitliche Verschiebungen und Streckenänderungen in beiden Richtungen. Insgesamt wurden statt der geplanten 5320 mi (8560 km) tatsächlich 5749 mi (9250 km) zurückgelegt, also eine um 429 mi (690 km), d.h. 8 % längere Strecke. Der größte Teil davon entfällt auf die bei der Planung bewußt nicht erfaßten Fahrten im Nahbereich zu verschiedenen bzw. zusätzlichen Sehenswürdigkeiten, zum Einkaufen, zu Waschsalons, zu preiswerteren Logis in den Außenbezirken größerer Städte und teilweise auch zum Essen, zum Anschauen der betreffenden Stadt und/oder ihrer Umgebung sowie manchmal auch zum Suchen einer bestimmten schwer zu findenden Sehenswürdigkeit.

Stand: 10.03.2007 / © MG


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