USA-Reisevorbereitungen & Hinweise:   «    ‹   Hinweise 6   › 


Läden, Waschsalons, Fotozubehör, Hilfsmittel, Gesundheit, Takt & Höflichkeit


Läden

In amerikanischer Läden fallen mehrere Unterschiede gegenüber unseren Geschäften auf. Die Öffnungzeiten sind zwar regional unterschiedlich und hängen oft auch von der Größe der jeweiligen Orte ab, sind aber durchweg länger als bei uns. So schließen die Supermärkte, wenn überhaupt, kaum vor 21.00 oder 22.00 Uhr und haben oft auch sonntags geöffnet, manchmal allerdings mit nicht besetzter Frischfleichabteilung. In größeren Orten haben Supermärkte jedoch üblicherweise rund um die Uhr (24 hours 7 days a week) geöffnet, manche Ketten (z.B. Safeway) auch in kleineren Ortschaften, besonders wenn sie ein größeres Einzugsgebiet aus dem Umland haben. Dabei sieht man in den verkaufsschwachen späten Abend- und Nachtzeiten selbst in großen Läden kaum Personal, dafür jedoch die allgegenwärtige Videoüberwachung. Auch für den Reisenden sind diese Öffnungszeiten sehr bequem, da man noch nach dem Abendessen in aller Ruhe das Angebot studieren und sich z.B. mit frischem Obst und geeigneten Snacks für den nächsten Reisetag eindecken kann. Die in den wärmeren Gegenden unverzichtbare Klimaanlage in den Läden macht das Einkaufen zu einem erholsamen Ereignis und erweckt durchaus wehmütige Erinnerungen, wenn man nach der Rückkehr in den heimatlichen Geschäften bei sommerlicher Hitze plötzlich wieder schwitzen muß.

Anders als bei uns zu Hause werden auch in den Läden alle Artikel grundsätzlich mit Nettopreisen ausgezeichnet, zu denen die Mehrwertsteuer (VAT = Value Added Tax) an der Kasse hinzugerechnet wird. Die Höhe dieser Steuer liegt im Bereich von etwa 4 bis knapp 10 %, und wird nach aller Erfahrung offenbar lokal festgelegt, möglicherweise sogar auf Landkreisebene (County), aber verbindlich haben wir das leider nicht herausbekommen. Lediglich im Bundesstaat Oregon an der Pazifikküste nördlich von Kalifornien wurde seinerzeit keine Umsatzsteuer erhoben, und man mußte nur die ausgezeichneten Nettopreise bezahlen. Weiterhin ist uns aufgefallen, daß man in einem US-Laden mit Selbstbedienung ziemlich bald von einer Verkäuferin angesprochen wird, ob sie helfen könne, sobald man etwas "ratlos" umherschaut. Diese auch heute noch anzutreffende Hilfsbereitschaft stand zumindest in den 80-er Jahren in krassem Gegensatz zu dem Verhalten des Verkaufspersonals in bestimmten größeren deutschen Selbstbedienungsläden. Dort mußte man zu Zeiten der Vollbeschäftigung bei Beratungsbedarf häufig länger nach einer Verkäuferin suchen. Wenn man dann endlich meistens drei dieser Spezies in trauter Unterhaltung aufgestöbert hatte, mußte es einem nur noch durch "Kunde droht mit Auftrag" gelingen, zwei davon erfolgreich in die Flucht zu schlagen, damit sich die dritte, wenn auch manchmal widerwillig, endlich um einen kümmern konnte. Zum Glück ist das bei uns inzwischen wieder besser geworden, aber bis zur Hilfsbereitschaft amerikanischen Verkaufspersonals besteht in manchen deutschen Läden leider auch heute noch ein deutlicher Abstand.

Wie sehr selbst der kleine Kunde in Amerika König ist, erkennt man auch an der Supermarktkasse, wo die Ware oft von einem eigens dafür anwesenden "Einpacker" in die meistens typischen Tragetaschen aus stabilem Papier eingetütet wird. Fehlt der Einpacker und man macht sich selbst ans Werk, wird die Kassiererin in vielen Fällen jeden Artikel einzeln in die Tragetasche stecken, sobald sie ihn über den Scanner der Kasse gezogen hat. Das ist in einigen Supermärkten offenbar unverzichtbar, weil es ganz einfach zum Dienst am Kunden gehört. In einigen Fällen bringt sogar eine Angestellte des Ladens in einem Einkaufswagen die Tüten zum Auto einer Kundin, besonders dann, wenn es sich um ein knappes Dutzend Tüten handelt und die "gnädige Frau" mit einem Mercedes Cabrio vorgefahren ist, in dem die Einkäufe kaum unterzubringen sind. Aber auch Schüler stehen dort manchmal bereit, um einem gegen das obligatorische Tip beim Transport und Verstauen der Einkäufe behilflich zu sein.

Einkäufe von Bier, Wein oder gar Spirituosen sind in den meisten Bundesstaaten erst ab 21 Jahre zugelassen. Das wird ggf. an der Kasse überprüft, falls man nicht allein durch sein Aussehen über jeden Zweifel erhaben ist. Dafür wird das Bier, meist gegen einen geringen Aufpreis, auch gekühlt angeboten. In manchen Geschäften weist ein unübersehbares Schild mit dem Hinweis "No customer behind this point" deutlich darauf hin, wenn für Alkoholika keine Selbstbedienung zulässig bzw. erwünscht ist. Je nach Bundesstaat gibt es für alkoholische Getränke, insbesondere für Spirituosen, eigene "Liquor Shops", teils mit restriktiven aber teils auch mit "kundenfreundlichen" Öffnungszeiten bis spät in die Nacht, je nachdem, ob der betreffende Staat eher den Alkoholgenuß einschränken, oder von dessen Steueraufkommen profitieren will.

 
Waschsalons

Selbst für eine längere USA-Reise braucht man nach unserer Erfahrung nicht mehr Wäsche mitzunehmen, als für eine gute Woche erforderlich ist. In besseren Hotels gibt es zwar die Möglichkeit seine Wäsche waschen zu lassen, aber wenn man erst gegen Abend ankommt, dort nur eine Nacht logiert und am nächsten Morgen schon wieder weiter will, recht die Zeit dafür normalerweise nicht aus. Sogar in preiswerten Motels stehen den Gästen manchmal ein paar Waschmaschinen und ein oder zwei Wäschetrockner zur Verfügung, aber die sind meistens ziemlich umlagert und einem deshalb nur selten von Nutzen. Dafür gibt es jedoch in fast jedem Ort mindestens einen Waschsalon bzw. eine Münzwäscherei (Laundry, Coin Laundry, Laundromat) mit zahlreichen münzbetriebenen Waschmaschinen und Trocknern zur Selbstbedienung. Je nach Größe des jeweiligen Waschsalons kann man mit 12 bis über 70 Waschmaschinen und 6 bis über 35 Trocknern rechnen, von denen normalerweise genügend viele Maschinen frei sind, so daß man Koch-, Bunt- und Feinwäsche in drei verschiedenen Waschmaschinen gleichzeitig waschen und anschließend oft in einem Trockner tocknen kann. Waschmittel muß man entweder selbst mitbringen oder aus einem Automaten bzw. beim manchmal vorhandenen Aufsichtspersonal des Waschsalons kaufen. Für uns hat es sich immer gelohnt, zuvor ein angemessenes Paket Waschpulver oder besser noch, eine entsprechende Flasche Flüssigwaschmittel zu kaufen, das auch als Fett- und Insektenlöser als Zusatz zum Wasser in der Scheibenwaschanlage des Mietwagens gute Dienste leistet, ohne die Spritzdüsen zu verstopfen. Auf jeden Fall sollte man zum Waschen genügend Quarter-Dollar-Münzen zur Hand haben, denn ein Waschgang kostetete bei unserer letzten Reise 5 bis 6 davon und ein vollständiger Trockengang etwa 3 bis 4.

Im Gegensatz zu den bei uns gebräuchlichen Trommelwaschmaschinen findet man in den USA hauptsächlich Bottichmaschinen der Firma Maytag, deren Klappen man bei jedem Wasserstand zum Nachschauen bzw. Nachlegen von Wäschestücken jederzeit öffnen kann. In den Waschsalons haben diese Maschinen keine eigene Heizung, sondern sind an eine Heiß- und eine Kaltwasserleitung angeschlossen. Mit einem dreistufigen Temperaturwahlschalter "hot, warm, cold" wählt man entweder nur Heißwasser für Kochwäsche bzw. ein geeignetes Mischungsverhältnis für Bunt- oder Feinwäsche. Dadurch ist die gewünschte Wassertemperatur sofort erreicht, und die gewohnte Aufheizzeit entfällt. Den entsprechend kürzeren Waschvorgang empfindet man während einer Reise sicher als Vorteil, wenngleich damit im Waschmittel vorhandene Enzyme für einen biologischen Waschvorgang nicht besonders aktiviert werden. Bei den Trocknern sollte einen nicht gleich erschrecken, wenn man bemerkt, daß sie häufig mit Gas beheizt werden. Trotz anfänglich gemischter Gefühle bei dieser Art der Trocknerbeheizung sind uns bisher dabei nie Kleidungsstücke verdorben, sondern, ganz im Gegenteil, wegen des großen Trocknervolumens immer zufriedenstellend und unerwartet knitterarm getrocknet worden.

Man selbst ist aus Vorsicht immer geneigt, während des Waschens auf seine Wäsche "aufzupassen", damit sie nicht abhanden kommt. Die Amerikanerinnen halten diese Vorsicht offenbar für übertrieben, denn die meisten verlassen den Waschsalon zumindest während des Waschvorgangs, z.B. um diese Zeit zum Einkauf im benachbarten Supermarkt zu nutzen. Selbst wenn ein Waschsalon schon deutliche "Gebrauchsspuren" aufweist, sind praktisch immer große saubere Tische vorhanden, auf denen man seine Wäsche sortieren und zusammenlegen kann. Wenn eine deutsche Hausfrau ihre Wäsche in gewohnter Weise und Geschwindigkeit zusammenfaltet, um sie dann geordnet in ihrer Reisetasche oder Plastiktüte zu verstauen, erntet sie von den meisten Amerikanerinnen zumindest ungeteilte Aufmerksamkeit, wenn nicht gar ungläubiges Staunen über diese professionell anmutende Tätigkeit. Da es offenbar zahlreiche amerikanische Haushalte ohne Waschmaschine gibt, ist der Waschsalon dort heutzutage ein ähnlicher sozialer Treffpunkt zum Tratschen und Klatschen wie früher der Dorfbrunnen. Als Frau kommt man hier mit Einheimischen und vereinzelt auch mit anderen Reisenden leicht und unverbindlich ins Gespräch und erfährt einiges so von dem, was diese Leute bewegt.

 
Fotozubehör

Was ein Foto- oder Videoamateur an Ausrüstung mitzuschleppen bereit ist, hängt natürlich stark von seinen Ambitionen ab, was er während einer Reise auf Film bzw. Videokassette bannen will. Der ernsthafte Amateur oder gar Profi wird hoffentlich selbst wissen, was er dafür in welchen Mengen braucht. Ihnen sollen und können hier kaum Ratschläge erteilt werden. Wir kennen Fotofans, die zu zweit mehrere Male jeweils 2 bis 3 Wochen mit dem Auto über 20 000 km durch die USA gefahren sind, nur um Eisenbahnzüge bestimmter noch bestehender Bahngesellschaften zu fotografieren, die demnächst von der Bildfläche verschwinden werden. Für einen solchen reinen "Fotourlaub" ist natürlich fast jeder Aufwand gerechtfertigt, wenn er die Sache wert ist. In einem solchen Fall werden sogar die Fahrpläne der betreffenden Güterzüge beschafft, damit man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein kann. Welche Motive ein Urlauber letztendlich während seiner nicht primär als Fototrip durchgeführten Reise einfängt, hängt zwar auch von der technischen Ausrüstung, jedoch noch viel mehr vom Blick für das auch auf einem Bild oder Videostreifen noch Sehenswerte ab. Auch an noch so teuren Gerätschaften ist leider keine "Motivklingel" vorhanden, die automatisch darauf aufmerksam macht, was sich denn zu fotografieren lohnen könnte. Auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es nur sehr selten ein Hinweisschild auf einen "Photographers Point", von dem man dann mit einer normalen Sucherkamera ein wirklich imposantes Objekt formatfüllend aufnehmen kann.

Unsere USA-Reisen haben wir in erster Linie zum Kennenlernen von Land und Leuten unternommen, bei denen das Mitbringen von Erinnerungsfotos zwar durchaus beabsichtigt, aber dennoch von untergeordneter Bedeutung für uns war. So haben wir bereits auf unserer ersten Reise die Erfahrung gemacht, daß die schwere Spiegelreflex-Kamera mit den Wechselobjektiven meistens im Auto blieb und statt dessen nur die bewährte kleine und handliche Sucherkamera (Rollei 35) mit mechanischem Verschluß, manuellem Filmtransport und Rückspulen (also ohne Motor und ohne schweren Batteriesatz) bei jedem Verlassen des Mietwagens zur Hand genommen wurde, um ggf. ein paar geeignete Schnappschüsse von der anzuschauenden Sehenswürdigkeit aufzunehmen. Am Ende der Reise kamen auf 15 in der Rollei 35 belichtete Diafilme etwa ein halber in der Spiegelreflex-Kamera belichteter Film. Wegen dieses Verhältnisses von etwa 30 : 1 haben wir auf späteren Reisen nur noch die kleine leichte Kamera mitgenommen. Für Außenaufnahmen in meistens strahlender Sonne oder bei blauem Himmel eröffnet eine der moderneren Sucherkameras mit Zoom-Objektiv trotz ihrer bei langen Brennweiten zwangsläufig geringen Lichtstärke (Blende 11 oder noch dunkler), die im Handbuch oft geradezu verschleiert wird, interessante Möglichkeiten. Dabei nützt die automatische Verwendung des eingebauten Blitzlichtes jedoch nur bei Portrait- oder allenfalls bei Gruppenaufnahmen. Bei Innenaufnahmen in größeren Räumen verhindert eine aktive Blitzbereitschaft meistens sogar die volle Ausnutzung der maximal möglichen Belichtungszeiten bei der geringen Lichtstärke des leichten Zoom-Objektivs an diesem Kameratyp. Lichtstarke Teleobjektive sind aus optischen Gründen nun einmal groß und schwer, daran führt leider kein Weg vorbei. Digitalkameras waren zu Zeiten unserer USA-Reisen für größere Mengen von Urlaubsfotos oder gar Dias noch nicht so recht geeignet. Auch heute sollte man sich bei Digitalkameras vorher überlegen, wie viele Speicherkarten man für eine vorgesehene Anzahl von vielleicht 500 bis 1000 Bildern in der gewünschten Auflösung (und Kompression) braucht, bzw. ob man dafür bereits besser einen Notebook-PC mit genügend großer Festplatte oder CD-Brenner mitnimmt. Wir selbst werden nach genwärtiger Einschätzung für derartige Reisen wohl bei konventioneller Diafotografie bleiben.

Wenn man während der Reise nicht nach unter Umständen exotischen Fotobatterien suchen will, sollte man von zu Hause entsprechende Reserve mitnehmen. Für den eingebauten Belichtungsmesser reicht normalerweise eine Reservebatterie für alle Fälle oder eine zu Hause kurz vor der Reise eingesetzte neue Batterie. Für eine Kamera mit Winder sollte man wissen, wie viele Filme man mit einem Batteriesatz "durchziehen" kann, und dann die entsprechende Anzahl an Batterien plus Reserve mitnehmen. Standardbatterien wie Mono-, Baby- oder Mignonzellen (z.B. für Blitzgeräte ohne Akku) bekommt man in allen auch bei uns bekannten Qualitäten in fast jedem Supermarkt. Japanische Filme (z.B. Futji) sind in den USA überraschend teuer, so daß es sich lohnt, genügend Filmmaterial von Deutschland aus mitzunehmen. Das vermeidet auch die Schwierigkeit, die Filme während einer Rundreise noch in den USA entwickeln zu lassen. Für den Transport der frischen sowie der belichteten Filme im Handgepäck hat sich auf unseren Reisen ein Bleibeutel zur Abschirmung bestens bewährt, damit zu intensive Strahlen älterer Röntgengeräte für das Gepäck an den Flughäfen keine Schleier auf dem Filmen hinterlassen. Wegen des andereren Aufzeichnungsstandards in den USA sind Videoamateure sicher gut beraten, genügend Kassetten für ihren Camcorder mitzunehmen, wenn sie im fernen Land keine unangenehmen Überraschungen erleben wollen. Falls man akkubetriebene Geräte mitnimmt (z.B. Blitzgerät, Camcorder, Digitalkamera), sollte man sich vorher vergewissern, ob das zugehörige Ladegerät von 220/230 V auch für die in den USA vorhandene Netzspannung von 110 V zurechtkommt bzw. darauf umgestellt werden kann, und man sollte einen passenden Steckeradapter dabei haben. Die unterschiedliche Netzfrequenz von 60 statt 50 Hz dürfte normalerweise keine Schwierigkeiten bereiten.

 
Nützliche Hilfsmittel

Für eine Reise mit dem Mietwagen durch die heißen Gebiete des Wilden Westens halten wir nach unseren Erfahrungen eine Kühlbox (Isolierbox) für Getränke und eine Isolierkanne für (gekühltes) Wasser zum Erfrischen und ggf. auch zum Trinken für unerläßlich. Diese nicht allzu teuren Isolierbehälter können eventuell zu Beginn der Reise in den USA gekauft und bei bereits ausgeschöpfter Gepäckkapazität am Ende dort zurückgelassen werden. Zum einen schmecken mitgenommene nach längerer Fahrt piwarm gewordene Erfrischungsgetränke wie Cola nicht mehr so besonders, und auch in einem angebrochenen Plastikkanister warm gewordenes Wasser ist nicht mehr so richtig erfrischend und nach mehreren Tagen im Kofferrauch möglicherweise auch bakteriell nicht mehr unbedenklich. Die eigentliche Gefahr sind jedoch thermisch ungeschützte Getränkedosen mit Cola und anderen Erfrischungsgetränken im Kofferraum eines Autos unter der Sonne von Kalifornien, Arizona oder einem anderen der Südwest-Staaten. Spätestens beim Parken in der prallen Sonne, das sich häufig nicht vermeiden läßt, werden die Dosen im Kofferraum dann so heiß, daß deren Deckel durch den hohen Druck der kohlensäurehaltigen Getränke ausgebeult werden und an den Aufreißlaschen bersten. Bei meiner ersten und einzigen Erfahrung dieser Art war zum Glück alle Kleidung im spritzwasserdichten Hartschalenkoffer verstaut und die Schweinerei ließ sich mit Wischtüchern und Wasser wieder in den Griff bekommen. Wir haben aber auf unseren späteren Reisen zahlreiche Leute getroffen, deren lose im Kofferraum liegende Kleidung eine kräftige Coladusche abbekommen hatte. Eis zum Kühlhalten gibt es normalerweise kostenlos an den Eismaschinen der Hotels oder gegen Bezahlung in nahezu allen Lebensmittelläden. An den Eismaschinen steht oft der Hinweis "No Chests", d.h. dort sollen keine großen Eiskisten gefüllt werden. Ein Becher voll Eis für kleinere Kühlboxen wird jedoch normalerweise toleriert. Die Kühlkanne sollte nach unserer Erfahrung für zwei Personen etwa ½ Gallone (knapp 2 Liter) Wasser fassen, für 3 bis 4 Personen entsprechend 1 Gallone (knapp 4 Liter), das morgens vor dem Aufbrechen mit einer angemessenen Menge von Eiswürfeln gekühlt wird (aber nicht eisgekühlt). Normalerweise dient das Wasser tagsüber zum Erfrischen von Gesicht, Händen und Armen, sollte aber, wenn man mit dem Auto in praller Sonne liegenbleibt, auch zum Trinken geeignet sein, bis man ggf. Hilfe erhält und abgeschleppt wird.

Für manche unvorhergesehenen Ereignisse, z.B. bei Stromausfällen in fremder Umgebung oder zum Hantieren im Kofferraum oder unter der Motorhaube des Autos bei Dunkelheit ist nach unserer Erfahrung eine einigermaßen helle Taschenlampe äußerst nützlich, die sich für unsere Interessen auch bei Höhlen- und Bergwerksbesichtigungen bewährt hat. Sofern man direkt aus dem Stromnetz betriebene Elektrogeräte, z.B. Fön, Reisebügeleisen oder Elektrorasierer mit Netzanschluß, bzw. akkubetriebene Geräte wie Blitzgerät, Camcorder, Laptop u.a.m. in die USA mitnimmt, sollte man sicherstellen, daß diese Geräte selbst bzw. die zugehörigen Ladegeräte auch mit der dort vorhandenen Netzspannung von 110 V 60 Hz (statt 230 V 50 Hz in Deutschland und vielen europäischen Staaten) betrieben werden können. Moderne elektronische Netz- und Ladegeräte sind oft ohne Umstellung für einen Spannungsbereich von 100 bis 240 V und einen Frequenzbereich von 50 bis 60 Hz geeignet. Ältere universelle Geräte dieser Art können oft von 220/230 V zumindest auf 110 V umgestellt werden. Für Weltreisen geeignete Wärmegeräte (Reisefön oder Reisebügeleisen) sind ebenfalls von 220/230 V auf 110 V umstellbar. Für derartige Geräte braucht man nur noch einen geeigneten Steckeradapter, mit dem die an unseren Geräten befindlichen Stecker mit zwei Rundstiften von 4 (bzw. 5 mm Durchmesser bei Schutzkontaktsteckern) im Abstand von 19 mm (ca. ¾ Zoll) an die amerikanischen Steckdosen für zwei Flachstifte von ¹/16 × ¼ inch (ca. 0,16 × 6,35 mm) im Abstand von ½ inch (12,7 mm) angepaßt werden. Derartige Adapter gibt es bei uns üblicherweise in gut sortierten Technikabteilungen von Kaufhäusern, entsprechenden Versandhäusern oder Läden für Bastlerbedarf. Dabei sollte man nicht gerade einen der besonders trickreichen auf verschiedene Steckertypen umschaltbaren und damit oft unsicheren Adapter anschaffen, besonders, wenn man Wärmegeräte mit größerer Stromaufnahme anschließen will. Hier ist ein Einzeladapter oder, wenn es den nicht einzeln gibt, ein Set aus mehreren Einzeladaptern zu kaufen, zu denen einer für amerikanische Steckdosen gehört.

Alle derartigen Adapter, die mir persönlich bekannt sind, enthalten keinen Schutzkontakt und in vielen Fällen auch kein Prüfzeichen. Sie sind daher generell nur für schutzisolierte Geräte zugelassen, die keinen Schutzkontaktstecker haben. Obwohl die 5-mm-Stifte unserer Schutzkontaktstecker oftmals dort hineinpassen, verhindert zumindest bei den halbwegs seriösen Adaptern ein geeignet gestalteter Kunststoffkragen das vollständige Einstecken und damit die elektrische Verbindung. Nimmt man schutzgeerdete Geräte mit in die USA und will sie dort auch korrekt anschließen, dann empfiehlt sich für einen technisch nicht ganz unbedarften Zeitgenossen folgendes bewährte Verfahren. Man beschafft sich vor der ersten Reise in Deutschland eine Schutzkontaktkupplung und schließt daran ein kurzes Stück flexibles dreiadriges Kabel an (grün/gelb als Schutzleiter an den entsprechenden Außenkontakt mit dem Erdezeichen), oder man schneidet von einer kurzen Verlängerungsschnur den Stecker ab und bereitet das freie Ende zum Anschluß eines neuen Steckers vor. In den USA kauft man im erstbesten Baumarkt oder Technikladen einen amerikanischen Schutzkontaktstecker und schraubt ihn an das vorbereitete Ende der Schnur (grün/gelb als Schutzleiter [safety earth] an den betreffenden Rundstift, der ggf. auch aus einem Blechprofil bestehen kann und im Rasterabstand von ½ inch mitten über den beiden Flachstiften liegt). Diesen sicheren Adapter kann man danach auf allen weiteren USA-Reisen verwenden. Will oder muß man jedoch Elektrogeräte mitnehmen, die sich nicht auf 110 V umstellen lassen, dann hilft nur noch ein entsprechend schwerer Tranformator für die betreffende Leistung von 110 auf 220 V, den man entweder im Elektrofachhandel oder bei ausreichender eigener Sachkenntnis auch im Elektro- bzw. Technikversandhandel bekommt, z.B. bei der Firma Conrad in Hirschau oder Braunschweig.

 
Gesundheitliche Aspekte

Bei einer Reise über den großen Teich sollte man auf jeden Fall für akute Erkrankungen und Verletzungen vorsorgen. In den USA wird man nämlich keinesfalls auf einen deutschen Krankenschein behandelt, sondern der Arzt muß zunächst privat bezahlt werden. Spätestens nach einer ggf. erforderlichen "ersten Hilfe" in einem Notfall wird zunächst geklärt, auf welche Weise diese Bezahlung erfolgt, bevor die Behandlung fortgesetzt oder überhaupt erst begonnen wird. Für solche überraschend notwendigen Behandlungen ist natürlich eine Kreditkarte mit entsprechendem Verfügungsrahmen am besten geeignet. Es ist dann allerdings Sache des Patienten, ob er zu Hause überhaupt etwas und wenn ja, welchen Anteil der verauslagten Behandlungskosten er von seiner Krankenkasse erstattet bekommt. Die deutschen gesetzlichen Krankenkassen erstatten nämlich in der Regel nicht die vollen in den USA gegenüber Deutschland deutlich teureren Behandlungskosten. Zur Vorsorge gegen dieses Risiko werden private Auslands-Zusatzversicherungen angeboten, die dises Risiko für gesetzlich Krankenversicherte recht preiswert abdecken. Vielleicht besteht ja auch bereits eine private Zusatzversicherung, die dieses Risiko auch für Urlaubsaufenthalte in den USA bis zu einer bestimmten maximalen Aufenthaltsdauer einschließt. Das kann auch bei Privatversicherten mit Beihilfeanspruch (Beamten) der Fall sein. Meistens wird man allein aus den Vertragsbedingungen nicht so recht schlau und sollte daher bei seiner Versicherungsgesellschaft nachfragen und sich in Zweifelsfällen die Auskunft schriftlich bestätigen lassen, z.B. durch ein entsprechendes Merkblatt.

Die Hinweise im vorstehenden Abschnitt betreffen die Behandlung von akuten Erkrankungen in den USA. Bestimmte teure Spezialbehandlungen, zu denen ein Kranker eigens in die USA fliegt, sind bei derartigen Versicherungen jedoch normalerweise von der Leistungspflicht ausgeschlossen. Chronisch Kranke, die in die USA reisen, sollten natürlich, wie bei anderen Reisen auch, eine ausreichende Menge der erforderlichen Medikamente einschließlich einer angemessenen Reserve mitnehmen, damit sie im Fall einer vespäteten Rückkehr, z.B. durch Streiks oder akute Erkrankungen, nicht plötzlich ohne ihre notwendige gewohnte Medizin dastehen. Bei einem größeren Medikamentenvorrat, insbesondere jedoch bei Injektionsmitteln und -zubehör (z.B. Insulin und Spritzen bei einem Diabetiker), ist eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung dringend zu empfehlen, aus der Art und Tagesdosis der einzelnen Medikamente hervorgehen, um bei Kontrollen den Verdacht auf Medikamenten- oder Rauschgiftsucht fundiert abweisen zu können.

Im Gegensatz zu Deutschland sieht man in den USA auf Flughäfen auffällig mehr Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer (handycaped, disabled), die allein unterwegs sind. Angehörige dieser Personengruppe werden in den USA nach unserer Erfahrung weniger ausgegrenzt als in Deutschland. Obwohl zumindest an den US-Flughäfen oft junge Leute mit Rollstühlen als Umsteigehilfe für Gehbehinderte bereitstehen, sollte man als Betroffener Transportunterstützung auf den teilweise recht weitläufigen Flughäfen über sein Reisebüro organisieren lassen. Nachdem Anne als Mitautorin dieser Homepage seit ein paar Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hatten wir deshalb für 2002 eine weitere Reise durch den Westen der USA bereits ausgearbeitet und gebucht. Bedauerlicherweise mußte sie jedoch wegen einer plötzlichen Erkrankung Manfreds zunächst storniert und zurückgestellt werden. Wir hoffen jedoch, diese Reise vielleicht in einem der nächsten Jahre nachholen und dann hier darüber berichten zu können.

 
Takt & Höflichkeit

Wenn man ein fremdes Land besucht, sollte man sich nach unserer Meinung dort auch so benehmen, wie es sich für einen Gast bei fremden Leuten gehört, nämlich durchaus mit einer gewissen Zurückhaltung und Höflichkeit, und man sollte dem Fremden und Ungewohnten mit dem gebotenen Takt begegnen. Auf diese Weise kommt man auch mit den Einheimischen leicht ins Gespräch und kann sich unvoreingenommen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede unterhalten. Genau wie wir in den Medien mit "Horrormeldungen" aus aller Welt, und so auch aus den USA, überflutet werden, erhalten die Amerikaner auch Horrormeldungen aus Deutschland. So sind wir seinerzeit nach den exzessiven Berichten über das deutsche "Waldsterben" auch gefragt worden, ob denn in Deutschland überhaupt noch ein einziger Baum grün sei. Und nach dem Massaker und Brand in einer Solinger Ausländerunterkunft hörten wir unter anderem auch die besorgte Frage, ob man sich denn in Deutschland überhaupt noch auf die Straße trauen könne. Wir haben daraus geschlossen, daß trotz allem etliche Informationen aus Deutschland, wenn auch mit der medienüblichen Verzerrung und Überspitzung bei einigen interessierten Amerikanern ankommen.

Warum nun aber dieser Abschnitt über selbstverständliches Verhalten als Hinweis auf einer Internetseite wie dieser? Nun, die amerikanischen Gastgeber sind uns immer sehr zuvorkommend und höflich begegnet. Manchem mag das vielleicht auch etwas übertrieben oder geschäftstüchtig vorkommen, aber angenehm haben wir es allemal empfunden. Natürlich sollte man sich nichts darauf einbilden, wenn einen die Verkäuferin in einem Laden mit "Honey" anredet, oder ein Amerikaner einen gleich als "Best Friend" bezeichnet, wenn er einen als flüchtigen aber offenbar sympathischen Bekannten nach einem halben Tag gerade noch wiedererkennen würde. Höflichkeit ist die Schmiere der zwischenmenschlichen Beziehungen, und Inflation der Begriffe gibt es dort wie hier. Im Gegensatz dazu haben wir uns jedoch ein paarmal über das Benehmen von deutschen Besuchergruppen an einigen Touristenbrennpunkten geradezu geschämt. Obwohl offenbar völlig nüchtern, hätte deren Krakeelerei jedem halbbesoffenen Verein auf Kegeltour unmittelbar vor dem Ballermann zur Ehre gereicht. Wir haben dann so getan, als verstünden wir kein Deutsch und uns klamm-heimlich entfernt. Vielleicht sollten ja manche Landsleute nicht nur wissen, was sich gehört, sondern sich, besonders im Ausland, auch ausnahmsweise mal danach richten. Das könnte unserem Image in der Fremde richtig gut tun.

Stand: 18.05.2007 / © MG


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