USA-Reisevorbereitungen & Hinweise:   «    ‹   Hinweise 4   › 


Unterkünfte (Flughafen- & Stadthotels, Motels, Reservierung & Hotelgutscheine)


Unterkünfte

Da die Amerikaner selbst reisefreudig sind, besteht an Unterkünften nomalerweise kein Mangel. Je nach dem Zweck der Reise, den verwendeten Verkehrsmitteln und den Kosten, die man für seine Unterkunft aufwenden will, kann man zwischen zahlreichen Flughafenhotels, Stadthotels, Casinohotels oder Motels der unterschiedlichsten Kategorien auswählen. Dabei gelten Hotelpreise in den USA grundsätzlich pro Zimmer (und nicht pro Person) ohne Frühstück. Oft gibt es jedoch, besonders in den preiswerten Kategorien, einen Grundpreis pro Zimmer einschl. der ersten Person und einen Zuschlag von 5 bis 10 $ für den zweiten Erwachsenen. Ein bis zwei Kinder dürfen oft kostenlos im Zimmer der Eltern übernachten. Hinzu kommt das Trinkgeld (Tip) für das Zimmermädchen (Room Maid), das man vor dem Verlassen des Zimmers an geeigneter Stelle offen deponieren sollte, bei mehrtägigen Aufenthalten am besten in täglichen Raten und nicht erst zum Schluß in einer Summe, sofern man sich das Wohlwollen der möglicherweise wechselnden Room Maids sichern möchte. In den letzten Jahren geht dieser Brauch besonders bei deutschen Gästen mehr und mehr zurück. Man sollte jedoch bedenken, daß solches Trinkgeld einen wesentlichen Anteil an den Einkünften dieser Berufsgruppe ausmacht. Wir sind mit einem Trinkgeld von 1 bis 2 $ pro Person und Nacht bisher immer gut bedient worden. Für die meisten USA-Touristen werden Luxus-Suiten in entsprechend renommierten Hotels für einen mehrwöchigen Aufenthalt aus Kostengründen kaum in Betracht kommen, so daß wir uns hier auf allgemein verbreitete Standardzimmer in erschwinglichen bis preiswerten Hotels bzw. Motels beschränken können. Je nach Größe eines solchen Standardzimmers sind ein oder zwei getrennt stehende Queen-Size-Betten von ca. 200 × 160 cm üblich, manchmal auch ein King-Size-Bett von ca. 200 × 200 cm und nur ganz selten zwei ebenfalls meistens getrennt stehende Betten der in Deutschland üblichen Größe von ca. 200 × 100 cm. Zu einem Hotel/Motel-Zimmer gehört immer eine eigene "Naßzelle" mit Toilette und Dusche oder Badewanne. Das Waschbecken ist entweder in der Naßzelle oder in einer Zimmernische außerhalb von Bad und Toilette angeordnet. Ein umfangreiches amerikanisches Frühstück bekommt man generell nicht im Hotel, sondern gegen entsprechende Bezahlung in einem Restaurant oder Coffee Shop. Manchmal ist ein solches "Restaurant" dem Hotel angegliedert, meistens sind aber eines oder mehrere davon in der unmittelbaren oder weiteren Nachbarschaft vorhanden.

Das Ritual, um ein Zimmer zu mieten bzw. um einzuchecken, ist in allen Hotelkategorien fast völlig gleich. Je nachdem, ob bereits ein Zimmer gebucht bzw. reserviert worden ist oder nicht, sagt man an der Rezeption (Front Desk), was man möchte und legt ggf. den bei der Buchung erhaltenen Gutschein (Voucher) vor bzw. nennt die erhaltene Buchungs- oder Reservierungsnummer. Wenn kein Zimmer reserviert wurde, informiert man sich zuvor an der äußeren, hinreichend großen, meist von der Straße sichtbaren Leuchtanzeige unter dem Werbetransparent, ob noch Zimmer frei sind (Vacancy, manchmal auch Welcome o.ä.) oder nicht (No Vacancy, Sorry o.ä.). Im Fall von Vacancy fragt man also am Front Desk, ob für die betreffende Personenzahl und die gewünschte Aufenthaltsdauer (bei Rundreisen typischerweise für eine Nacht) noch etwas Geeignetes frei ist. Da ein bis zwei Kinder oft kostenlos im Zimmer der Eltern übernachten können, gibt man das zweckmäßigerweise an, sofern es zutrifft und man das wünscht. Daraufhin bekommt man meist schon ungefragt zwei unterschiedliche Dollarbeträge genannt, von denen der niedrigere der Nettopreis für das Zimmer und der höhere der tatsächlich zu zahlende Bruttopreis einschließlich Mehrwertsteuer (VAT = Value Added Tax) ist. Wenn man einverstanden ist, trägt man Namen und Autonummer in das oft kombinierte Anmeldungs-/Rechnungs-Formular ein. Manchmal ist auch, besonders bei preiswerten Motels in der Nähe von Militärcamps, ein Personaldokument vorzulegen. Dann wird normalerweise erst bezahlt, bevor man überhaupt den Zimmerschlüssel bekommt. Dafür hat man in fast allen Fällen hoffentlich eine Kreditkarte, denn sonst kann es einem leicht passieren, daß man ein freies Zimmer trotzdem nicht bekommt. Das Risiko, einen Gast zu beherbergen, der mangels Kreditkarte als "nicht kreditwürdig" erscheint oder der möglicherweise durch Barzahlung seinen Reiseweg verschleiern will, weil eventuell bereits nach ihm gefahndet wird, läßt bei einem Desk Clerk in diesem weiten Land der unbegrenzten Möglichkeiten ohne Meldewesen alle Alarmglocken schrillen. Nur vereinzelt ist es uns in ländlichen Gebieten passiert, daß der Inhaber eines kleinen Motels wegen der eingesparten Gebühren lieber Reisechecks oder sogar Bargeld als eine Kreditkarte annehmen wollte.

 
Flughafen- & Stadthotels

Große Hotels an Flughäfen und in den Innenbezirken von Großstädten sind für Individualreisende meistens prohibitiv teuer. Außerdem kann die Anfahrt mit dem eigenen Auto manchmal umständlich sein, weil es vor dem Haupteingang zwar Haltebereiche für Taxis und Busse gibt, aber nur unzureichende Kurzparkmöglichkeiten, und sei es auch nur zum Einchecken sowie zum Ausladen des Gepäcks. Zur Lösung dieses Problems ist in derartigen Hotels oftmals Valet Parking üblich, bei dem das Auto von einem "Valet" (Diener) gegen entsprechendes Trinkgeld (Tip) auf einem häufig nicht allgemein zugänglichen Stellplatz ggf. in einer Tiefgarage abgestellt und bei Bedarf wieder vorgefahren wird. Das Gepäck wird dann normalerweise (ebenfalls gegen entsprechendes Trinkgeld) von einem Bellman (Gepäckträger) vom Auto ins Zimmer und am nächsten Morgen wieder zurück transportiert. Das ist zwar sehr bequem und, solange es nur hin und wieder vorkommt, auch erschwinglich, reißt aber bei regelmäßigen Übernachtungen in solchen Luxusherbergen doch entsprechend ins Geld. Da Valet und Bellman einerseits keinen Rechtsanspruch auf das Trinkgeld haben, aber andererseits davon leben, werden sie zwar nie einen bestimmten Betrag vom Gast fordern, ihn aber ggf. am nächsten Morgen durch eine "angemessene" Wartezeit deutlich spüren lassen, wenn das Trinkgeld am Vorabend zu gering ausgefallen ist. Nach entsprechenden glaubwürdigen Berichten aus dem Kollegenkreis, nach denen der Valet am nächsten Morgen mehr als eine halbe Stunde zum Vorfahren des Autos gebraucht hat, haben wir mit 5 $ für den Valet und 1 $ pro Gepäckstück für den Bellman in den seltenen Fällen, in denen wir deren Dienste brauchten, ganz gute Erfahrungen gemacht. Mit diesem Service wird die Übernachtung jedoch lässig um etwa 10 $ teurer als unsprünglich angenommen. In größeren anonymen Hotels haben einzelne, offenbar als unbedarft angesehene Geschäftsreisende auch schon folgende Show von Bellman und Room Maid (Zimmermädchen) erlebt: Der Bellman entdeckt beim Abstellen des Gepäcks im Zimmer irgend eine (vom Gast kaum wahrnehmbare) Nachlässigkeit, die keinesfalls zu tolerieren sei. Er greift zum Zimmertelefon, ruft eine interne Nummer an und schimpft lautstark drauflos, daß irgendwas (in Wahrheit völlig Unbedeutendes) überhaupt nicht in Ordnung sei, und was der Gast dann von diesem renommierten Haus denken solle. Die Room Maid kommt, bringt irgendwas Imaginäres schnell in Ordnung und zetert dann mit dem Bellman über eine gerade nicht greifbare neue Kollegin, mit der man leider immer wieder Probleme habe. Also zückt der durch diesen Extraservice "verwöhnte" Gast ein weiteres Trinkgeld für die durch ihre nachlässige Kollegin so sehr gebeutelte Room Maid, um sie und den Bellman endlich unbeschadet loszuwerden. Dieses geradezu rufschädigende Herausfordern zusätzlichen Trinkgeldes durch einzelne Hotelangestellte ist zum Glück nicht die Regel, jedoch in der Vergangenheit bereits mehreren Kollegen widerfahren.

Trotzdem werden Teilnehmer von Gruppenreisen vorzugsweise in solchen Hotels untergebracht. Das liegt einerseits an den verfügbaren Zimmerkapazitäten und andererseits an den geradezu unglaublichen Mengenrabatten, die Reiseveranstaltern eingeräumt werden. Als Individualtourist bekommt man einen solchen Rabatt im allgemeinen jedoch nicht und fühlt sich trotz der hohen Kosten nur zu oft unpersönlich und hochnäsig, wenn nicht auch noch schleppend oder sogar schlecht bedient. Da eine Touristengruppe jedoch normalerweise von einem Reiseleiter professionell geführt wird, deren Gepäcktransport pauschal organisiert ist und kein Auto individuell geparkt werden muß, bleiben deren Mitglieder natürlich von den betreffenden Zusatzausgaben verschont. Es gibt natürlich auch unter den größeren Hotels versteckte Perlen, die man sich bei Bedarf in einem Reisebüro seines Vertrauens empfehlen lassen bzw. in den Reisekatalogen sorgfältig aussuchen sollte, wenn man z.B. am Ankunfts- bzw. vor dem Abflugtag in Flughafennähe logieren möchte. Sobald man in der Nähe eines internationalen Großflughafens einmal fündig geworden ist, sollte man sich ein solches Flughafenhotel, das einem qualitativ und preislich gefällt, für künftige Reisen gut merken. Normalerweise ist ein hoher Anteil von Flugpersonal unter den Gästen ein gutes Anzeichen für angemessene Qualität zu akzeptablen Preisen. Wir persönlich haben Stadthotels aus den oben genannten Gründen nach Möglichkeit gemieden. Casinohotels sind besonders in den "Spielerstädten" Las Vegas und Reno große zu den betreffenden Casinos gehörende Hotels mit manchmal mehreren tausend Betten sowie diversen angeschlossenen Restaurats, Bars u.a.m. Da mit diesen Hotels Spieler in die Casinos gelockt werden sollen, können die Übernachtungspreise, besonders an Werktagen sehr niedrig sein. Ob man in so einer anonymen Bettenburg logieren möchte, ohne dem Spieltrieb zu erliegen, muß jeder für sich selbst entscheiden. Auf einer längeren Urlaubsreise sollte man jedoch eine Spielerstadt möglichst an Werktagen in der Woche besuchen, weil dann die Zimmerpreise erfahrungsgemäß nur etwa halb so teuer sind wie am Wochenende.

 
Motels

Nach unserer Erfahrung sind Motels in kleineren Orten oder zumindest in den Außenbezirken bzw. Nachbargemeinden von Großstädten für Individualtouristen, die mit einem Mietwagen unterwegs sind, besonders geeignet. Solche Motels erfordern praktisch fast nie eine Zimmerreservierung und schonen außerdem die Reisekasse. Darüberhinaus parkt man dort sein Auto selbst vor oder zumindest in der Nähe der Zimmertür, so daß man jederzeit bequem an das Gepäck im Kofferraum herankommt, das man dann nicht jeden Abend vollständig mit ins Zimmer nehmen muß. In einem Stadthotel für "Valet Parking" und/oder einen "Bellman" für lange Transportwege des vollständigen Gepäcks ggf. entstehende zusätzliche Kosten fallen hier generell nicht an. Durch die meisten Orte bzw. Ortsteile führt eine sog. Business Route, an der ein großer Anteil von Motels und Restaurants liegt. An den autobahnähnlichen Freeways und sonstigen Durchgangsstraßen weisen Schilder mit "Business", "Business Route", "Business Loop" oder "Gas, Food, Lodging" darauf hin, so daß man sie normalerweise leicht findet. Gas bedeutet Gasoline (Benzin) und heißt regional manchmal auch Fuel (Treibstoff, Kraftstoff). Bekannte überregionale Hotel-/Motel-Ketten sind z.B. Best Western, Holiday Inn, TraveLodge, Choice Motels mit ihren Marken Comfort Inn, Quality Inn, Sleep Inn, Econo Lodge u.a.m., Supermotel 8, Motel 6, und die regionalen Ketten Imperial Inns im Westen und Meyers Motels vorzugsweise in Calofornia. Darüber hinaus gibt es zahllose kleine Motels mit phantasievollen Namen die von ihrem Eigentümer und dessen Familie selbst betrieben werden. Es ist unterschiedlich, ob ein im Wettbewerb mit den übrigen Häusern seiner Kette stehender Manager oder ein Eigentümer seines Motels sich besser um seine Gäste kümmert, aber wir haben in dieser Kategorie durchweg gute Erfahrungen gemacht. Bei den Ketten-Motels weiß man mit etwas Erfahrung schon vorher ziemlich genau, was einen erwartet, bis hin zum Mobiliar und zum Aussehen der Dusche. Private Motels weisen bei nahezu gleichem Standard meistens etwas mehr individuelle Unterschiede oder gar ausgesprochen neckische Details in der Einrichtung auf. Dabei deutet der Begriff "Budget" am Werbetransparent eines Motels auf Preiswürdigkeit hin, sofern dort nicht bereits der (Netto-)Zimmerpreis zur Orientierung beim Vorbeifahren angegeben ist.

Anfangs ist es manchmal schwierig, die Qualität eines unbekannten Motels oder Restaurants nach seiner äußeren Erscheinung richtig einzuschätzen. Sowohl der äußere Eindruck einer "Jahrmarktsbude" mit entsprechend aufgemachter Fassade einerseits, als auch eine übertrieben schmucke Architektur andererseits, kann mit den in Deutschland gewonnenen Vorstellungen, daraus auf die Innenausstattung zu schließen, manchmal durchaus in die Irre führen. Sofern einen der Mut nicht vorzeitig verläßt, bekommt man mit der Zeit allerdings einige Erfahrung, aus welchen Details man was ableiten kann. So läßt die Sauberkeit der Außenanlagen und eines Außenpools (falls vorhanden) normalerweise ganz gute Schlüsse darauf zu, wie ein solches Motel geführt wird. Aussehen und Zustand der Außenfassade sind von uns jedoch oft ähnlich schwer zu beurteilen wie die eines Waldgasthofs im Blockhausstil oder einer Almhütte durch einen Städter. Wenn man nicht zu früh am Abend an einem US-Motel vorbeifährt, liefern Größe und Zustand der bereits auf dem Motelparkplatz stehenden Gästeautos anfangs das wohl sicherste Indiz. Die amerikanischen Motel 6 gehören inzwischen als preiswerte Marke zu der französischen Hotelkette Accor, die unter ihrem Namen unter anderen auch die Marken Mercure, Novotel, Ibis und Etap vereinigt. Dabei entspricht Motel 6 etwa den in Deutschland bekannt gewordenen Etap-Hotels, die ohne teuren Luxus in letzter Zeit vorzugsweise in Gewerbegebieten an Autobahnknoten entstehen. Wenn man in einem Ort der USA nicht von vornherein ein bestimmtes Motel aufsuchen möchte und sich beim Vorbeifahren nicht gleich für eines entscheiden kann, hat es sich nach unserer Erfahrung bewährt, zunächst die Business Route weitgehend vollständig abzufahren und sich dabei zu merken, welche "Kandidaten" mit freien Zimmern (Vacancy) einem in welcher Reihenfolge (Priorität) gefallen könnten. Dabei können natürlich bestimmte Eigenschaften, z.B. äußerer Eindruck, Swimming-Pool, Nähe eines Restaurants u.a.m., entsprechend den persönlichen Vorlieben den Ausschlag geben.

 
Reservierung & Hotelgutscheine

Abschließend sollten noch zwei Einzelheiten erwähnt werden, die in den USA übliche Reservierungspraxis von Zimmern und das Unwesen von Hotelgutscheinen. Eine einfache Reservation (Reservierung) eines Hotel-/Motel-Zimmers gilt nur bis 6.00 pm (18.00 Uhr), in manchen Orten oder Regionen auch nicht so lange, und verfällt, wenn der Gast bis dahin nicht eingetroffen ist. Wenn man erst später ankommen kann und mit Sicherheit ein Zimmer haben möchte, hilft nur die Garanteed Reservation (garantierte Reservierung), bei der man das Zimmer im Voraus bezahlt, z.B. durch Angabe der Kreditkartennummer. In diesem Fall muß man bezahlen, selbst wenn man, aus welchen Gründen auch immer, in der betreffenden Nacht gar nicht mehr am Hotel eintrifft. Selbst wenn man (so wie wir) ohne Reservierungen reist, sollte man diese Gepflogenheit kennen. Falls man nämlich am Nachmittag in einem entlegenen Ort wirklich einmal kein Zimmer mehr bekommt, weil alles ausgebucht ist, lohnt es sich in aller Regel, diesen Verfalltermin (normalerweise 18.00 Uhr) abzuwarten, weil unmittelbar danach die nicht in Anspruch genommenen Zimmer an die wartenden Gäste ohne Reservierung in der Reihenfolge ihres Eintreffens an der Rezeption (first come, first served) vergeben werden.

Wenn man (z.B. bereits in Deutschland) ein Hotelzimmer in den USA fest bucht und bezahlt, dann bekommt man dafür einen Gutschein (Voucher), den man beim Einchecken an der Rezepion des betreffenden Hotels als Buchungsbestätigung und Quittung vorlegt. Das ist völlig in Ordnung und soll hier auch nicht weiter behandelt werden. Einige Reiseveranstalter bieten jedoch Hotelgutscheine zum Bezahlen von Übernachtungen vor Ort für bestimmte überregionale Hotelketten an, ohne daß dadurch zugleich eine Buchung oder auch nur eine Reservierung zustande kommt. In etlichen Reisebüros werden diese Hotelgutscheine mit bewundernswertem Eifer dem unbedarften USA-Touristen nahezu aufgedrängt. Uns ist der Nutzen dieser Gutscheine für den Touristen bisher vollständig verborgen geblieben, wiewohl sie ganz offensichtlich dem Veranstalter sowie dem Reisebüro wegen der damit verbundenen Provision lieb und teuer sind. Im allgemeinen dürfte jedoch ein kritischer Blick auf die "Nutzungsbedingungen" dieser Gutscheine, deren damaliger Stand hier aus der Erinnerung wiedergegeben wird, ausreichen, um auch andere davor zu bewahren. Die gegen Verlust ungesicherten und daher wie Bargeld zu verwahrenden Gutscheine gelten für eine bestimmte, meist größere, oft nicht gerade preiswerte überregionale Hotelkette. Man richtet also seine Reiseroute und die Tagesetappen nach dem Vorhandensein derartiger Hotels und läßt zweckmäßigerweise noch Raum für Übernachtungen in anderen Unterkünften, denn bei Rücknahme unverbrauchter Gutscheine wird keinesfalls der volle Wert erstattet. Obwohl zunächst das Gegenteil suggeriert wird, reicht ein Gutschein nicht notwendigerweise für eine Übernachtung aus. Ein örtliches Hotel der Kette kann aus undurchschaubaren Gründen eine Zuzahlung fordern oder die Annahme eines solchen Gutscheins sogar ablehnen. Es wird dringend empfohlen, spätestens am Morgen vor der Weiterreise ein Zimmer für die kommende Nacht im nächsten Hotel reservieren zu lassen, wobei jedoch auf die beabsichtigte Bezahlung mit einem Hotelgutschein hinzuweisen ist. Dieser Service wird innerhalb derselben Kette normalerweise vom Desk Clerk übernommen. Ob das nächste Hotel dann jedoch noch Zimmer für Gutscheinreisende frei hat, steht möglicherweise in den Sternen. Zwischen den Zeilen dieser bemerkenswerten Bedingungen haben wir jedoch herausgelesen, daß für einen Hotelier in den USA die Abschläge bei diesen Gutscheinen wohl deulich höher sind als bei einer Abrechnung über eine Kreditkarte und sich sein Enthusiasmus für deren Entgegennahme daher in höchst endlichen Grenzen hält. Wir können daher nur empfehlen, das Geld nicht vorher für Hotelgutscheine auszugeben, sondern auf dem eigenen Konto zu belassen, um dann die Übernachtungen mit einer ganz normalen Kreditkarte zu bezahlen. Dafür hat man während der Reise völlig freie Hand, Ort und Marke des Logis der individuellen Reiseentwicklung anzupassen und jeweils nach eigenem Gutdünken auszuwählen.

Stand: 18.05.2007 / © MG


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