USA-Reisevorbereitungen & Hinweise:   «    ‹   Hinweise 3   › 


Rundreisen (Busreisen, Mietwagenreisen, Wohnmobilreisen & Camping, Motorradreisen)


Rundreisen

Für einen ausgedehnten USA-Aufenthalt bieten die meisten großen Veranstalter sogenannte "Reisebausteine" an, die man nach eigenen Interessen zur vollständigen Reise kombinieren kann. Dabei muß man nicht in jedem Fall alle Bausteine bei einem einzigen Veranstalter buchen, sondern kann durchaus interessierende Bausteine von verschiedenen Veranstaltern kombinieren, sofern sie zeitlich und örtlich zusammenpassen. In diesem Fall gibt es natürlich keine "durchgehende" deutschsprachige Reiseleitung, sondern man ist selbst dafür zuständig, nach dem Abschluß eines Pakets vor Ort den Anfang des nächsten zu finden. So kann es wegen der Kosten zweckmäßig sein, die Flüge bei einem anderen Veranstalter zu buchen als die Rundreisen bzw. einen Mietwagen. Das trifft besonders zu, wenn man spezielle Interessen hat, wie z.B. (zumindest teilweise) per Motorrad, Geländewagen oder Pferd und Planwagen unterwegs zu sein. Auf jeden Fall sollte man sich rechtzeitig vor einer solchen Reise aus einem Reisebüro seiner Wahl entsprechende aktuelle Kataloge der einschlägigen Reiseveranstalter besorgen. Die Klassiker mit einem guten USA-Angebot sind DER Tour: Nordamerika und Meier's Weltreisen: Nordamerika, USA, Kanada (zurück nach hier mit dem Rückpfeil des Browsers). In den letzten Jahren gibt es auch bei FTI Touristik: USA attraktive Angebote. Der Klassiker für "Off-Road-Abenteuerreisen" ist seit vielen Jahren Marlboro Reisen: Amerika. Welcher Veranstalter aktuell Planwagenreisen im Programm hat, wechselt in diesem dynamischen Geschäft immer wieder. Interessante Angebote dieser Art findet man durchaus auch bei kleinen Veranstaltern, dort aber meist nur zu festen Terminen. Bei derart speziellen Interessen sollte man gezielt im Reisebüro fragen bzw. selbst im Internet danach suchen.

 
Busreisen

Busrundreisen sind die klassischen geführten Gruppenreisen durch ein fremdes Land mit einer anderen Sprache. Daher findet man natürlich bei fast allen Reiseveranstaltern auch für die USA ein breites Angebot dieser Sparte, das für Touristen ohne hinreichende englische Sprachkenntnisse anzuraten ist. Man sollte sich jedoch keinen Illusionen hingeben, welche Tagesetappen in diesem weiten Land zu bewältigen sind, um von einer bedeutenden Sehenswürdigkeit zur nächsten zu gelangen. In dieser Hinsicht sind die Planer von Busrundreisen daher keineswegs ängstlich, so daß man ggf. auch schon mal ganze Tage mit nur kurzen Besichtigungspausen fährt. Wo auch immer so eine Busladung voller Leute auf einen Schlag einfällt, dauert es entsprechend lange, bis alle bedient sind bzw. ihre Geschäfte erledigt haben, sei es an einer Raststätte, Toilette, einem Souvenir-Shop oder engem Aussichtspunkt. Es gibt sogar vereinzelt Busse mit Schlafkojen, um weite bzw. öde Streckenabschnitte bei Nacht zu überwinden. Ob man sich zutraut, darin erholsamen Schlaf zu finden, muß jeder für sich selbst entscheiden, denn der Platz in einer solchen Schlafkoje ist üblicherweise merklich geringer als in einem Schlafwagencoupé der Eisenbahn, und die Bewegungen und Erschütterungen dürften besonders auf kurvenreichen oder schlechten Straßenabschnitten das von der Eisenbahn Gewohnte deutlich übersteigen. So hielt sich die Begeisterung einer solchen Reisegruppe, die wir zufälligerweise an einem Aussichtspunkt im Yosemite-Nationalpark trafen, im Nachhinein über diese Art des Reisens in engen Grenzen.

Auf jeden Fall sollte man die Tagesetappen einer Busreise, für die man sich interessiert, überprüfen und probeweise auf Entfernungen in Deutschland übertragen. So entspricht die Entfernung Los Angeles - San Francisco mit 418 Meilen = 673 km in Deutschland etwa den Entfernungen Flensburg - Darmstadt, bzw. Hannover - Friedrichshafen (Bodensee). Wie viele aufeinanderfolgende Tage man sich so etwas antun möchte, muß man selbst wissen, sofern man nicht doch besser eine Reise mit erträglich langen Fahrstrecken und entsprechend längeren Besichtigungsaufenthalten auswählt. Keinesfalls sollte man es jedoch unterlassen, unscheinbar wirkende Angaben in Meilen zur besseren Einschätzung in Kilometer umzurechnen (1 mi = 1,609 km, d.h. etwa 1,6 km). Sofern man jedoch noch keine detaillierten Vorstellungen davon hat, was man alles sehen möchte und wieviel man davon in einer bestimmten Zeit schafft, sind die angebotenen Busrundreisen auf jeden Fall eine gute Orientierungshilfe für selbst geplante und in Eigenregie zu unternehmende Rundreisen per Mietwagen oder Wohnmobil.

 
Mietwagenreisen

Mietwagenreisen mit Übernachtungen in meist kleinen Motels an der Strecke sind bisher immer unsere bevorzugte Art gewesen, die USA zu erkunden und dabei Land und Leute kennenzulernen. Da uns auf diesen Reisen landschaftliche Sehenswürdigkeiten sowie Bergwerke und Höhlen mehr interessieren als Theater, Konzerte und ähnliches, haben wir die Innenbezirke großer Städte und deren Stadthotels als Stationen üblicherweise gemieden. Motels in kleineren Orten oder zumindest in den Außenbezirken bzw. Nachbargemeinden von Großstädten erfordern praktisch fast nie eine Zimmerreservierung und schonen außerdem die Reisekasse. Darüberhinaus parkt man dort sein Auto selbst vor oder zumindest in der Nähe der Zimmertür, so daß man jederzeit bequem an das Gepäck im Kofferraum herankommt, das man dann nicht jeden Abend vollständig mit ins Zimmer nehmen muß. In einem Stadthotel mit Valet Parking wird das Auto dagegen von einem "Valet" (Diener) gegen entsprechendes Trinkgeld auf einem häufig nicht allgemein zugänglichen Stellplatz ggf. in einer Tiefgarage abgestellt und bei Bedarf wieder vorgefahren (siehe auch Unterkünfte). Ob man statt dessen lieber mit einem Wohnmobil durch die Lande fährt, wobei man keine zusätzlichen Übernachtungen in Motels braucht, ist Geschmackssache und wird im nächten Abschnitt über Wohnmobilreisen erörtert. Zumindest in der Hauptreisezeit ist ein Wohnmobbil jedoch (fast) genau so teuer wie ein Mietwagen mit Übernachtung in preiswerten Motels und unterliegt oftmals gewissen Beschränkungen, die für Mietwagen nicht bestehen. Die meisten der folgenden Gesichtspunkte gelten sinngemäß auch für Wohnmobile.

Obwohl man an jedem amerikanischen Flughafen unmittelbar einen PKW mieten kann, ist es in jedem Fall empfehlenswert, sich vor der Reise über die Tarife verschiedener Anbieter zu informieren und aus Kostengründen in aller Regel bereits in Deutschland bei einem Touristikanbieter zu buchen. Dabei gibt es nach unserer Erfahrung einige Punkte zu beachten, um ggf. Geld zu sparen bzw. bei der Regulierung möglicher Schadensfälle möglichst wenig der wertvollen Urlaubszeit zu verlieren. Daß man zum Anmieten eines Autos einen gültigen Führerschein braucht und auch vorlegen muß, ist wohl selbstverständlich. In vielen Reiseführern wird dafür zur Sicherheit ein internationaler Führerschein empfohlen, der allerdings weder kostenlos erhältlich, noch unabhängig vom nationalen Führerschein gültig ist, sondern dieses Dokument lediglich zum internationalen Gebrauch in fremdsprachigen Ländern ergänzt. Bei den großen Autovermietern an den üblichen amerikanischen Einreiseflughäfen sind jedoch selbst die alten grauen deutschen Führerscheine wohlbekannt und bisher immer problemlos akzeptiert worden. Wir selbst haben daher keinen internationalen Führerschein.

Welchen Autovermieter man letztendlich wählt, hängt stark von der geplanten Route ab. Will man nur in der Umgebung eines festen Urlaubsortes beweglich sein, ist vermutlich ein kleiner lokaler Autovermieter am günstigsten. Plant man dagegen eine weitere Reise, dann halten wir einen der großen überregionalen Vermieter für unerläßlich, weil im Fall einer Panne oder eines Unfalls wirksame Hilfe oft nur so schnell möglich ist, wie es die Entfernung zur nächsten Niederlassung dieses Vermieters zuläßt. Hier bleiben vorzugsweise die großen Firmen Avis, Hertz und ggf. Alamo übrig, wobei wir mit unserem Favoriten Avis bisher ausschließlich gute Erfahrungen gemacht haben. Eine wichtige Entscheidung ist die Größe des zu mietenden Autos. Bei Avis gibt es z.B. für PKWs die herkömmlichen Größenklassen Subcompact, Compact, Intermediate, Full Size (Two Door) und Full Size (Four Door), bei den anderen Vermietern sinngemäß entsprechende Bezeichnungen. Einen Kleinwagen (Subcompact) sollte man sich auch als Einzelreisender für eine längere Fahrt nicht unbedingt antun, zumal in dieser Kategorie früher oft die für sonniges Klima unverzichtbare Klimaanlage fehlte. Ein japanischer Compact sollte es auch dann schon sein. Zu zweit oder auch als kleine Familie mit einem Kind kommt man mit einem (oft viertürigen) Intermediate gut zurecht, wenn man sparen möchte. Da die Kofferräume amerikanischer Autos klassisch nicht besonders groß sind, sollte es für drei bis vier Erwachsene besser ein entsprechend geräumiger Full Size sein, zumal deren Mietpreise nicht soviel höher liegen. Der Benzinverbrauch entspricht bei der zulässigen Fahrweise etwa unseren Autos, und gegenüber den dortigen Benzinpreisen zahlen wir hierzulande durch die exorbitant hohen Steuern geradezu Apothekenpreise. Bei nahezu allen Vermietern hängt die Miete jedoch nicht nur von der Größe des Autos, sondern auch von der Region und der Saison ab. So sind bei fast allen überregionalen Vermietern die Preise in Florida am niedrigsten, im "Wilden Westen" moderat und im Staat New York für Urlauber unwirtschaftlich teuer. Bei einem Mietbeginn innerhalb der Sommersaison sind die Preise höher als außerhalb derselben. Als zweckmäßig hat sich daher ein Mietbeginn gegen Ende der Vorsaison erwiesen, da dieser niedrige Preis dann in aller Regel während der gesamten Mietdauer gilt. Die Nachsaison beginnt meistens ziemlich spät, so daß sie normalerweise nur für reine Herbstreisen interessant ist.

Als Mietdauer sind für längere Reisen ganze Wochen am wirtschaftlichsten, da fast allgemein bis zu drei Tagen tageweise und darüber hinaus eine ganze Woche berechnet wird. Dabei ist die Woche natürlich merklich billiger als sieben Tage. Angefangene Wochen am Ende der Mietdauer werden jedoch bis drei Tage wieder tageweise abgerechnet, selbst wenn das Auto nur eine Stunde zu spät zurückgegeben wird. Der Miettag wird in aller Regel vom Abholen des Autos zu 24 Stunden gezählt und die Woche zu 7 Tagen = 7 × 24 Stunden. Gibt man das Auto nicht an der Anmietstation zurück, wird im allgemeinen eine sog. Einwegmiete für dessen Rückführung als Mietzuschlag fällig, dessen Höhe von der Entfernung zwischen Anmiet- und Rückgabestation des Autovermieters abhängt. Zu große Entfernungen oder Anmietung und Rückgabe in verschiedenen Bundesstaaten können sogar ausgeschlossen sein. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine Rundreise am wirtschaftlichsten, bei der man das Auto an der Anmietstation zurückgibt, wobei man auch keinen der meist nicht ganz so preiswerten "Gabelflüge" mit unterschiedlichen An- und Abflugorten braucht. Unabhängig davon haben sich jedoch bestimmte Anbieter auf hinreichend häufig nachgefragte Einwegtouren spezialisiert, z.B. auf "Coast to Coast" von New York nach San Francisco bzw. Los Angeles oder von dort nach New York. Hierbei werden die Autos von verschiedenen Reisenden zwischen den beiden "Endstationen" der Reise hin und her bewegt. Der Preisvorteil, daß dabei Hin- oder Rückflug nur zur bzw. von der Ostküste durchzuführen ist, wird dabei im allgemeinen vom größeren Organisationsaufwand des Reiseveranstalters aufgezehrt bzw. sogar überschritten.

Eine weitere Frage ist, bei welchem Anbieter man einen Mietwagen in Deutschland am zweckmäßigsten bucht, wo ja zumindest die beiden großen Firmen Avis und Hertz mit zahlreichen Filialen vertreten sind. Nach unseren Erfahrungen waren die Buchungen dort bisher jedoch keineswegs besonders preiswert. Auch Reisebüros oder deren Abteilungen, die auf Geschäftsreisende spezialisiert sind, vermitteln einem in gutem Glauben Mietwagen zu unnötig teuren Tarifen. Die günstigsten Tarife haben wir für unsere Urlaubs- und meine Geschäftsreisen in die USA bisher immer bei dem Touristik-Anbieter DER-Tour gefunden, womit ich bei Geschäftsreisen mehrfach die betreffenden Sachbearbeiterinnen in dem Vertragsreisebüro unserer Firma in Erstaunen versetzen konnte, weil sie zu ihrem eigenen Erschrecken die viel günstigeren Angebote ihrer eigenen Touristik-Abteilung offenbar nicht kannten. Beim Vergleich solcher Tarife muß man natürlich beachten, wie "nackt" bzw. vollständig das zugehörige Angebot ist, d.h. welche "ratsamen" Leistungen bereits eingeschlossen sind oder vor Ort noch zusätzlich abgeschlossen und bezahlt werden müssen. Neben einer unverzichtbaren Haftpflicht-Höherversicherung (ALI = Additional Liability Insurance) ist auf jeden Fall eine Vollkasko-Versicherung (LDW = Loss Damage Waiver, vormals auch CDW = Collision Damage Waiver) anzuraten, während auf die wegen ihrer guten Gewinne für den Versicherer überall wärmstens empfohlene Insassen-Unfallversicherung (PAI = Passenger Accident Insurance) guten Gewissens verzichtet werden kann.

Zur KFZ-Haftpflicht-Versicherung sollte man wissen, daß die im Standard-Mietvertrag enthaltenen gesetzlichen Mindestdeckungssummen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der zum Teil ungeheuer hohen Endschädigungsleistungen abhängig vom jeweiligen Bundesstaat erschreckend niedrig sein können (z.T. nur 25.000 $). Eine Aufstockung dieser Versicherungssumme halten wir daher für zwingend erforderlich, wenn man nicht für einen Schadensfall, bei dem z.B. ein LKW mit halbwegs wertvoller Ladung zu Bruch geht, bis an sein Lebensende zahlen will. Eine Vollkasko-Versicherung halten wir für empfehlenswert, damit man in jedem Fall schnell und problemlos Ersatz bekommt, wenn das Auto z.B. nachts auf dem Motelparkplatz beschädigt oder von dort gestohlen werden sollte, oder, wie uns geschehen, durch Steinschlag die Windschutzscheibe bzw. ein Reifen mit Felge zu Bruch geht. Der oben bereits erwähnte Touristik-Anbieter DER-Tour hatte in den letzten Jahren neben den "nackten" Mietverträgen die Pakete A und B mit unterschiedlich umfangreichen Versicherungsleistungen im Programm. Paket A umfaßte die Haftpflicht-Höherversicherung bis seinerzeit 1 Million DM (ca. 500.000 $) als Gruppenversicherung bei einem deutschen Unternehmen, und die Vollkasko-Versicherung beim Autovermieter für eine deutlich günstigere Prämie, als wenn man sie direkt beim Vermieter abschloß. Über die abgeschlossene Haftpflicht-Höherversicherung bekam man außer dem deutschen Versicherungsschein eine englische Bescheinigung darüber mit, um den Abschluß und die Leistungen dieser Versicherung bei der Anmietung in der Landessprache belegen zu können. Dieses Paket A entsprach genau unseren Wünschen, denn das teurere Paket B mit allen angebotenen Versicherungen erschien uns immer zu aufwendig.

Wenn ein Mietwagen von noch einer anderen Person gefahren werden soll, ist der Betreffende in aller Regel als zweiter Fahrer in den Mietvertrag einzutragen, damit er als "rechtmäßiger Fahrer" auch dem Versicherungsschutz unterliegt. Je nach Vermietunternehmen wird dafür ein einmaliger oder nach Miettagen berechneter Zuschlag zur Miete erhoben. Bei einigen Autovermietern werden jedoch bestimmte Personen ohne Eintrag und kostenfrei als berechtigte Fahrer eingeschlossen. Dazu gehören z.B. bei Avis der Ehegatte (Spouse) des Mieters und jeder bei ihm angestellte Berufskraftfahrer (Avis vermietet auch LKWs). Daß beide Ehepartner ohne Zusatzkosten fahren dürfen, ist für Urlaubsfahrten mit der Familie natürlich sehr willkommen. Bei Hertz gab es diese Vergünstigung seinerzeit nämlich nicht. Derartige Details erfuhr man früher jedoch erst beim Abschluß des englischen Mietvertrages am Flughafenschalter des Autovermieters, wenn man nach einem längeren Flug manchmal bereits ziemlich geschafft war.

Um so erfreulicher ist es, daß DER-Tour in den letzten Jahren die detaillierten Vertragsbedingungen der in seinem Amerika-Katalog enthaltenen Autovermieter in deutscher Sprache vollständig angibt, damit man sie zu Hause vor der Buchung in aller Ruhe studieren und vergleichen kann. Am Schalter des Autovermieters werden einem nämlich ohnehin noch genügend "verlockende" Dinge mündlich angeboten. Die Frage, ob man wirklich das bestellte und reservierte Auto haben wolle oder gegen entsprechende Zuzahlung nicht doch lieber ein größeres, sollte man kategorisch ablehnen, sofern man nicht unerwartet mit mehr Personen anreist, als ursprünglich geplant. Hoffentlich hat man sich zu Hause in Ruhe überlegt, ein wie großes Auto man braucht bzw. bezahlen will. Falls ein solches Auto wider Erwarten an der Anmietstation wirklich nicht verfügbar sein sollte, erhält man dort wegen des Wettbewerbs (vertragsgemäß) ein entsprechend größeres ohne Zuzahlung, sobald man auch nur andeutet, diese Praxis zu kennen. Ein weiterer Punkt ist das Angebot, die erste Tankfüllung zu bezahlen, um dann das Auto mit teilweise oder vollständig entleerten Tank zurückgeben zu können. Das mag ja für Geschäftsreisende, die für eine kurze Mietdauer bzw. Fahrtstrecke dann nicht tanken müssen, ganz bequem sein, weil das Benzin mit auf der Mietwagenrechnung erscheint. Billiger ist es jedoch auf jeden Fall, darauf zu verzichten und den Wagen möglichst vollgetankt zurückzugeben oder bei der Rückgabe nach der Tankanzeige schätzen zu lassen, ob der Tank noch ¾, ½, ¼ voll oder wirklich fast leer ist und dann nur die fehlende Menge zum Auffüllen verrechnen zu lassen. Auf diese Weise zahlt man im Regelfall weniger als eine ganze Tankkfüllung zu einem Preis, der merklich über dem Selbstbedienungspreis und auch noch über dem Preis mit Bedienung an der Tankstelle liegt. Dabei besteht jedoch in keinem Fall Grund zur Panik, denn verglichen mit unserem hoch besteuerten Benzin ist das alles immer noch ziemlich billig.

An größeren amerikanischen Tankstellen gibt es häufig verschiedene deutlich beschriftete Zapfsäulen mit Bedienung (Service Island) und für Selbstbedienung (Self-service Island) mit unterschiedlichen Benzinpreisen. Wenn man versehentlich an eine "Service-Insel" heranfährt, kann es vorkommen, daß man dort vom Tankwart wegen seines höheren Verdienstes schneller bedient wird, als man gucken, geschweige denn, dort wieder wegfahren kann, und dann natürlich auch den entsprechenden Preis bezahlen muß. An kleineren Tankstellen kann man dem Tankwart seine Wünsche nennen, wenn er wirklich einmal überraschend ankommen sollte, weil man etwas ratlos herumsteht. Je nach Region muß man an manchen Tankstellen bei Selbstbedienung vorher bezahlen (pre-paid) oder zum Volltanken (fill-up) entsprechend viel Geld bzw. die Kreditkarte "als Kaution" beim Kassierer hinterlegen, bevor die Zapfsäule (pump) freigegeben wird. Manchmal gibt es auch Zapfsäulen mit Lesegerät für Kreditkarten. Aus Sicherheitsgründen läuft die Benzinpumpe in der Säule jedoch nicht automaisch an, wenn die Zapfpistole (nozzle) aus ihrer Halterung genommen wird, sondern man muß noch einen dafür vorhandenen Knebel drehen oder Hebel umlegen. Nach dem Tanken ist damit die Pumpe erst wieder von Hand auszuschalten, bevor man die Zapfpistole einhängen kann.

Mit der üblichen Bezeichnung und Darstellung von Straßen in amerikanischen Straßenkarten (Road Maps) sollte man sich am besten bereits bei der Planung von Mietwagenreisen, genau wie bei Wohnmobil- oder Motorradreisen, vertraut machen. Zur Kennzeichnung und Numerierung der Straßen werden die vier Arten Interstates (I = Ferntraßen höchster Ordnung), Bundesstraßen (US), Staatsstraßen (State) und Kreisstraßen (County) unterschieden. In den Karten werden sie als Zahlen mit verschiedenen Umrandungen, den sog. Highway Markers dargestellt. In den teils detaillierten Wegbeschreibungen unserer Reiseberichte haben wir uns der üblichen Praxis angepaßt, als Kürzel einer Straßenbezeichnung Art und Nummer mit einem Bindestrich dazwischen anzugeben, z.B. I-5 = Interstate 5, US-395 = Bundesstraße 395, CA-49 = Staatsstraße 49 in California. Für Staatsstraßen anderer Bundesstaaten werden die entsprechenden postalischen Abkürzugen aus zwei Buchstaben benutzt (NV = Nevada, AZ = Arizona, UT = Utah usw.). Lediglich wenn eine berühmte Straße unter ihrer Nummer bekannt ist, z.B. Highway 1, haben wir sie mit dem Kürzel Hwy-1 bezeichnet. Kreisstraßen kommen in unseren Beschreibungen normalerweise nicht vor, würden aber ggf. die Kürzel von Staatsstraßen erhalten. Ansonsten ist in den Karten die Road Classification, d.h. der Straßenausbau, dargestellt. Sie reicht von Freeways with controlled access (Autobahnen mit Ein- und Ausfahrten) über mehrere Highway-Kategorien bis hin zu Local Roads (Lokalstraßen) sowie von Paved (gepflastert, d.h. asphaltiert) über Gravel (Schotter) bis Dirt (Schmutz, d.h. Feldweg). Bei Mietwagen ist zu bedenken, daß nach dem unterschriebenen Mietvertrag das Fahren "Off Paved Roads" (also abseits asphaltierter Straßen) ggf. nicht zulässig ist. Ansonsten kennzeichnen die grün strichlierten oder punktierten Linien (dashed or dotted green lines) längs einer Straße eine landschaftlich schöne Strecke (Scenic Road). Diesen Hinweis findet man bei vielen Karten nicht in der Zeichenerklärung (Legend), sondern irgendwo auf der Karte oder auch gar nicht. Der Maßstab (Scale) ist immer in Meilen und oft auch in Kilometern angegeben (z.B. "1 inch equals approx. 21 miles" bzw. "1 inch equals approx. 34 kilometers" zusätzlich zu einem bis zwei kurzen Maßstäben zum Abgreifen). Die von unseren Karten gewohnten Maßstabsangaben wie z.B. "1 : 1 300 000" (1 cm in der Karte entspricht 1,3 Mio. cm = 13 km bzw. 8 mi in der Natur) sucht man natürlich im nichtmetrischen amerikanischen Maßsystem vergebens. Ansonsten sind längs vieler Straßen zwischen markierten Punkten die Entfernungen in Meilen angegeben.

 
Wohnmobilreisen & Camping

Nach zahlreichen Gesprächen mit Interessenten scheint für viele Leute eine Reise per Wohnmobil durch die Weiten der USA der Traum von Freiheit schlechthin zu sein. Wie im vorigen Abschnitt über Mietwagenreisen bereits angedeutet, hat diese Freiheit aber durchaus einige Grenzen, mit denen man zunächst nicht rechnet. Deshalb können wir Wohnmobiltouren durch die USA nur solchen Leuten empfehlen, die auch in Deutschland oder Europa mit Reisen dieser Art und deren Gepflogenheiten vertraut sind.

Das Angebot an Wohnmobilen und die Zahl der Vermieter sind natürlich nicht so umfangreich wie die von normalen PKWs. Außerdem sind Wohnmobile in der Feriensaison überraschend teuer, so daß man für etwa dasselbe Geld einen PKW mieten und in preiswerten Motels kleinerer Ortschaften entlang der Route praktisch immer ohne Reservierung übernachten kann (siehe Unterkünfte). Auch mit Wohnmobilen ist das wilde Campen am Straßenrand oder auf Parkplätzen in aller Regel nicht zugelassen und in manchen Gegenden auch nicht ratsam. Gute Campingplätze an attraktiven Orten sind jedoch oft überlaufen, so daß man dort zweckmäßigerweise rechtzeitig einen Stellplatz reservieren und dann auch am Ankunftstag vor 18.00 Uhr da sein sollte. Danach verfällt nämlich in vielen Fällen die Reservierung, oder der Platzwart läßt anschließend keine Rangiererei auf dem Platz mehr zu, weil dann Ruhe einkehren soll. Deshalb muß man vorher schon eingekauft haben, denn anschließend kommt man mit dem Wohnmobil nicht mehr vom Platz, auch nicht, um die benachbarte Stadt anzusehen oder in einem dortigen Restaurant essen zu gehen. Zu Fuß dürften solche Wege in den meisten Fällen viel zu weit sein, selbst wenn man nicht mit Einkäufen bepackt ist. Um die Nachtruhe der übrigen Camper nicht zu stören, darf man außerdem morgens nicht zu früh vom Platz fahren, so daß man unter Umständen erst viel später aufbrechen kann, als man eventuell vorhatte. Amerikanische Wohnmobilreisende haben deshalb für Ausflüge in die Umgebung oft ihr eigenes Auto im Schlepp, das sie für solche Zwecke außerhalb des Campingplatzes parken, oder zumindest einen Motorroller bzw. ein Leichtmotorrad auf einem geeigneten Heckträger. Derartige Ausweichlösungen dürften jedoch für gemietete Wohnmobile ausscheiden, zumal nach Auskünften eines Insiders ein derart geschlepptes Auto auf schlechten Straßen ein viel tückischeres Fahrverhalten entwickeln kann als ein regulärer Anhänger.

Außerdem sollte man bei bei der Kalkulation einer solchen Reise die Wohnmobil-Standgebühren auf guten Campingplätzen keinesfalls vernachlässigen. Dagegen scheint die umweltgerechte Entsorgung von Abwasser und Fäkalien an sog. "Dumping Stations" weder finanziell noch faktisch ein Problem zu sein. Ungeübte Fahrer sollten jedoch bedenken, daß ein größeres Wohnmobil in seinem Fahrverhalten und Platzbedarf auf engen Straßen, z.B. im Gebirge und unter Bäumen, eher einem LKW als einem PKW ähnelt. So haben wir auf unseren Reisen zwangsläufig etliche solcher ungeübten Fahrer beobachtet, denen Breite und Höhe ihres gemieteten (oder neuen) Wohnmobils so ungewohnt war, daß sie entweder übervorsichtig an Engstellen den Verkehr aufhielten oder von Bäumen am Straßenrand zu tief herunterhängende Äste vehement entfernten, um dann anschließend ganz verschreckt anzuhalten und ihr Gefährt auf dabei entstandene Schäden zu untersuchen. Außerdem sind bestimmte, z.B. besonders heiße und/oder gebirgige Regionen wie das Tal des Todes (Death Valley), im Sommer für gemietete Wohnmobile generell nicht zugelassen. Andererseits dürften derartige Reisen im Frühjahr oder Herbst, wenn Wohnmobile preiswert zu mieten sind, eine Sache für entsprechende Insider ohne schulpflichtige Kinder sein, die ohnehin wissen, was sie tun. Dabei sollte man jedoch nicht außer Acht lassen, daß der "Wilde Westen" außer in der Tiefebene des Großraums Los Angeles bereits zwischen Pazifik und Rocky Mountains mit seinen beiden Gebirgsketten Küstengebirge (Coast Ranges) und Kaskadengebirge (Cascades/Sierra Nevada) recht gebirgig ist mit Straßen und Pässen im Bereich zwischen 1000 und 3000 m über dem Meeresspiegel (up to 10 000 feet above sea level). In den höheren Gebirgsgegenden ist daher im Frühjahr und Herbst durchaus mit geschlossenen Campingplätzen, Regen und Schnee sowie mit glatten oder gesperrten Paßstraßen und größeren Umwegen zum Überqueren bzw. Umfahren bestimmter Gebirgszüge zu rechnen.

 
Motorradreisen

Spätestens, wenn man in strahlendem Sonnenschein einen oder mehrere der oft verwegen aussehenden Motorradfahrer in den Weiten des Wilden Westens sieht, überkommt auch den nicht so ausgeprägten Motorradfan der unterschwellige Wunsch, zumindest gewisse Etappen einer Reise auf diese Art zurückzulegen. Eine vierwöchige oder längere Reise allein oder zu zweit auf einem Motorrad dürfte wegen der unzureichenden Möglichkeit, das für diese Zeit hinreichende Gepäck unterzubringen, nicht so ganz einfach sein. Wir haben jedoch unterwegs verschiedene Motorradtouristen getroffen, die drei gut brauchbare Methoden gefunden hatten, wie man so etwas machen kann, ohne dafür eine "Honda Gold Wing" mit Gepäckanhänger zu benötigen.

Zum einen kann man während einer längeren Reise an einer landschaftlich interessanten Stelle Station machen und für ein paar Tage oder auch eine Woche dort ein Motorrad mieten und nach Ausflügen jeden Abend oder nach wenigen Tagen dorthin zurückkehren. In diesem Fall kommt man mit fast keinem oder so wenig Reisegepäck aus, das man bequem in den Packtaschen eines Motorrades mitführen kann. Die Frage ist natürlich, ob man zu diesem Ort fliegt oder das für den Rest der Reise benutzte Mietauto dort ungenutzt stehen läßt oder voerübergehend abgeben kann, um dessen Miete zu sparen. Auf jeden Fall erfordert dieses Verfahren einigen Organisationsaufwand, denn Motorräder sind längst nicht so flächendeckend zu mieten wie PKWs.

Zum zweiten gibt es Unternehmen, die nicht nur Motorräder vermieten, sondern auch "Komplettreisen" anbieten, bei denen sie einen "Servicewagen" mit auf die Strecke schicken. Dieser Transportwagen steht dann mit dem Gepäck der Motorradtouristen jeden Abend an einem vereinbarten Hotel/Motel bereit und nimmt das Gepäck am nächsten Morgen zum Weitertransport wieder auf. Dabei muß man jedoch tagsüber keineswegs mit den übrigen Teilnehmern einer solchen Reise im Konvoi fahren, sondern kann durchaus Alternativstrecken wählen, soweit das innerhalb der jeweiligen Tagesetappe möglich ist, und an den einzelnen Sehenswürdigkeiten unterwegs entsprechend seinen eigenen Interessen verweilen und sich umschauen. Zweifelsohne dürfte eine solche Reise teurer sein als eine einfache Fahrt im Mietwagen, zumal man auch auf die für alle Teilnehmer der Gruppe gebuchten Unterkünfte angewiesen ist. Für Interessenten ist es jedoch sicher lohnend, sich nach möglichen Anbietern und verfügbaren Terminen umzusehen.

Zum dritten können sich ein paar Motorradfans zusammentun und für die gemeinsame Reise ein geeignetes Transportfahrzeug für das Gepäck sowie eine angemessene Anzahl an Motorrädern mieten. Selbstvertändlich sollten sich die Teilnehmer einer solchen privaten Reisegruppe hinreichend gut miteinander vertragen, damit es unterwegs keine ärgerlichen Differenzen gibt. Auf unserer letzten Reise haben wir mehrmals eine derartige Gruppe von drei niederländischen Ehepaaren getroffen, die für eine längere Reise entlang der Route 66 drei Motorräder und ein kleines Wohnmobil als Transportfahrzeug für das Gepäck sowie als rollende "Imbißbude" und Teeküche gemietet hatten. Die einzelnen Fahrzeuge wurden etappenweise von wechselnden Teilnehmern benutzt, wobei zu unserem Erstaunen die drei Ehefrauen die eigentlichen Motorradfans waren und die Männer teilweise meistens als Sozius mitfuhren, wenn sie nicht im Wohnmobil saßen, das natürlich einer von ihnen fahren mußte. Für die Hauptmahlzeiten wurden Restaurants und zum Übernachten Motels angesteuert, weil für diesen speziellen Zweck ganz bewußt ein preiswertes kleines und bewegliches Wohnmobil gemietet wurde, das jedoch im Vergleich zu einem PKW mehr Stauraum für Gepäck und Motorradkleidung sowie auch unterwegs Platz zum Umkleiden für die wechselnden Motorradfahrer bot. Zum Übernachten für sechs Personen war es ganz bewußt nicht vorgesehen.

Stand: 27.06.2007 / © MG


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