USA-Reisevorbereitungen & Hinweise:   «    ‹   Hinweise 1   › 


Zahlungsmittel (Bargeld, Reiseschecks, Kreditkarte, Maestro-(EC-)Karte, Notfallreserve, Telefonkarte)


Zahlungsmittel

Bargeld

Daß die grünen Dollarscheine "gesetzliches Zahlungsmittel für alle öffentlichen wie privaten Schulden" sind, steht auf jeder Banknote extra drauf, damit es auch jeder glaubt. Trotzdem haben diese für alle Werte gleich großen Geldscheine in nahezu gleichem Grünton manchmal durchaus ihre Tücken. In dunkler oder zumindest dämmeriger Umgebung, z.B in Taxis oder vornehmen Restaurants, können die verschiedenen Werte daher leicht verwechselt werden, weil sie bei weitem nicht so leicht zu erkennen sind wie die Banknoten unterschiedlicher Größe und Farbe der meisten europäischen Währungen. Außerdem ist es oft schwierig, kleinere Beträge mit größeren Banknoten zu bezahlen, denn die Annahme eines 100-$-Scheins ruft vielerorts ähnliche Begeisterung hervor, als wenn man hierzulande versucht, an einem Kiosk eine Zeitung mit einem 500-€-Schein zu bezahlen. Ein Taxifahrer wird die Annahme mangels Wechselgeld sogar rundheraus ablehnen, wenn nicht der Fahrpreis für eine sehr lange Fahrt entsprechend hoch ist.

Als USA-Tourist werden Sie mit Banknoten von 1, 2, 5, 10, 20, 50 und möglicherweise 100 $ in Berührung kommen, wobei man beim Kauf von Sorten 100-$-Noten tunlichst vermeiden, sondern als größten Wert 50-$-Noten erwerben sollte. Die 2-$-Note ist in den letzten Jahren noch seltener geworden als hierzulande der 5-DM-Schein kurz vor der Währungsumstellung auf Euro. Auch 5-$-Noten scheinen manchmal knapp zu sein, so daß sich aus dem Wechselgeld leicht dicke Bündel von 1-$-Noten im Portemonnaie ansammeln. Zum Hinterlassen passenden Trinkgeldes im Hotel oder Restaurant ist das jedoch sogar vorteilhaft. Der Dollar ($) ist in 100 Cent (¢) unterteilt. Münzen von 1 ¢ (Penny), 5 ¢ (Nickel), 10 ¢ (Dime) und 25 ¢ (Quarter) sind in großen Mengen im Umlauf. In geringen Mengen gibt es auch Münzen zu 50 ¢ (Half Dollar), von denen man aber im täglichen Leben kaum noch eine zu Gesicht bekommt. Der Versuch, 1-$-Münzen in Verkehr zu bringen, ist an mangelnder Akzeptanz bei der amerikanischen Bevölkerung praktisch gescheitert. Sollten Sie also jemals eine 1-$-Münze erhalten, dann haben Sie eine echte Rarität in Händen.

Als Automatenmünze schlechthin hat der Quarter-Dollar mit 25 ¢ für manche Anwendungen einen reichlich geringen Wert, so daß man z.B. für Überseegespräche vom Münztelefon, für die Waschmaschinen und Wäschetrockner in der Münzwäscherei (Coin Laundry) oder für etwas teurere Artikel aus Warenautomaten eine größere Menge davon braucht. Es empfiehlt sich also, für solche Zwecke Quarters aus dem Wechselgeld zu sammeln, wenn man sie nicht rollenweise in einer Bank (oder im Spielcasino) durch Einwechseln beschaffen will.

 
Reiseschecks

In den USA können auf US-$ (USD) lautende Reiseschecks (Travelers Cheques), z.B. der Firma American Express (Amexco), wie Bargeld benutzt werden, bieten demgegenüber jedoch Sicherheit gegen Verlust oder Raub. Die Reiseschecks können von der eigenen Bank gegen eine normalerweise geringe Provision beschafft werden und sind vor der Mitnahme als Sicherheit vom Inhaber mit der "Erstunterschrift" zu versehen. Beim Einlösen in einem Geschäft oder Restaurant ist jeder Reisescheck in Gegenwart des Kassierers zum zweiten Mal zu unterschreiben. Als zusätzliche Sicherheit verlangen heute viele Kassierer die Vorlage eines Personaldokuments mit Bild, also typischerweise des Führerscheins (Driver's License), manchmal auch des Reisepasses, wenn ihnen ein nur in deutscher Sprache beschrifteter Führerschein mit uraltem Bild suspekt erscheint. Dabei haben wir mit unseren alten grauen Führerscheinen zahlreiche amüsante Begebenheiten erlebt, vor allem bei der vergeblichen Suche nach dem Verfalldatum (Expiration Date), denn amerikanische Führerscheine gelten üblicherweise nur ein paar Jahre und nicht für das ganze restliche Leben.

Nach unserer Erfahrung werden 50-$-Reiseschecks von American Express überall (ggf. mit Personaldokument) wie Bargeld angenommen, und man erhält das Wechselgeld ohne jeden Abschlag bar zurück. Es ist also nicht, wie oftmals in Europa, erforderlich, Reiseschecks zuvor bei einer Bank in Bargeld umzuwechseln und eventuell auch noch zusätzliche Gebühren zu zahlen. Sollte wirklich einmal ein Aushilfskassierer bei dem Namen "American Express" die Annahme von Reiseschecks verweigern wollen, hat die Frage nach seinem Chef diese offensichtlich auf Unkenntnis beruhende Schwierigkeit jedes Mal unter überschwenglichen Entschuldigungen sofort behoben. Im Gegensatz zu den Reiseschecks von American Express erfreut sich nämlich die Kreditkarte dieser Firma wegen der vergleichsweise hohen vom Akzeptor zu zahlenden Gebühren besonders in Läden mit geringen Gewinnspannen nicht unbedingt allgemeiner Wertschätzung und wird sogar an manchen Stellen nicht akzeptiert. Sofern man allerdings wie "Krösus" nur in entsprechend teuren Etablissements absteigt bzw. einkauft, sollte das jedoch kein Problem sein.

Nach unserer Erfahrung hat es sich als zweckmäßig erwiesen, nur wenig Bargeld in Dollarscheinen mitzunehmen, sondern statt dessen etwa die Hälfte der vorgesehenen Ausgaben in Reiseschecks zu 50 $, die üblicherweise in Serien von 10 Stück, d.h. in Vielfachen von 500 $ verkauft werden. Der Bargeldbestand läßt sich dann immer wieder leicht mit dem Wechselgeld ergänzen, das man beim Enlösen eines solchen Reiseschecks zurückbekommt. Bei Reiseschecks von 20 $ reicht das Wechselgeld dafür nach unserer Erfahrung nicht so recht aus. Die zweite Hälfte der geplanten Ausgaben sowie die unvorhergesehenen Ausgaben können mit einer oder zwei Kreditkarten (nächster Abschnitt) bzw. heutzutage wohl auch in den USA mit der Maestro-(EC-)Karte (übernächster Abschnitt) bezahlt werden. Je nach persönlichen Vorlieben beim Bezahlen kann dieses Verhältnis bis etwa 2/3 zu 1/3 zugunsten von Reiseschecks oder Kreditkarte (und Maestro-Karte) verschoben werden. Auf jeden Fall sollte man während des Reiseverlaufs den Abfluß von Bargeld / Reiseschecks überwachen und durch entsprechende Zahlungen per Kreditkarte (bzw. Maestro-Karte) steuern, damit man am Ende der Reise weder zu viele Reiseschecks bzw. zu viel Bargeld übrig behält, noch gegen Ende der Reise plötzlich ganz ohne Bargeld dasteht. Die Beschaffung von Bargeld mit der Kreditkarte ist zwar im Notfall möglich, aber wegen der hohen Gebühren unwirtschaftlich teuer und daher nicht zu empfehlen. Inwieweit und mit welchen Gebühren heute mit der Maestro-(EC-)Karte in den USA Bargeld beschafft werden kann, entzieht sich unserer Erfahrung, da dort bis vor kurzem weder (die inzwischen abgeschafften) Eurocheques noch die zugehörige EC-Karte akzeptiert wurden.

Die Haftungsbeschränkungen und Ersatzmöglichkeiten bei Kredit- und Maestro-Karten haben dieses "Plastikgeld" heute zu risikoarmen Reisezahlungsmitteln werden lassen. Der Reisescheck mit seiner Erstunterschrift zum Vergleich und der in Gegenwart des Kassierers zu vollziehenden Zweitunterschrift ist jedoch der Urvater dieser Risikobegrenzung. Wenn man bei einem Verlust belegen kann, welche der numerierten Reiseschecks man verloren hat oder einem geraubt wurden, bekommt man kurzfristig (noch während der Reise) die entsprechende Anzahl ersetzt. Dabei sollte der Kaufbeleg (ggf. als Kopie), die zugehörige Notfall-Telefonnummer und die vollständig geführte Liste der bereits ausgegebenen Schecks von den übrigen Reiseschecks getrennt, z.B. von einem anderen Mitreisenden, mitgeführt werden. Denkbar ist auch die telefonische Abwicklung eines solchen Notfalls über einen zu Hause gebliebenen Familienangehörigen oder Verwandten und die eigene Bank. Auf jeden Fall sollte man sich vorher die Geschäftsbedingungen genau durchgelesen haben, um für Notfälle zu wissen, was man erstattet bekommt, an wen man sich wenden muß und wie das Verfahren abgewickelt wird.

 
Kreditkarte

Für bestimmte Zahlungen oder Sicherheitsleistungen, z.B. für Hotel-/Motel-Zimmer oder Mietwagenkaution (siehe auch dort) sollte man die USA keinesfalls ohne Kreditkarte bereisen, die es auch ermöglicht, unvorhergesehene Ausgaben unmittelbar zu begleichen. In den letzten 15 Jahren sind Kreditkarten auch hierzulande immer mehr verbreitet, so daß sie den meisten international reisenden Touristen wohl bekannt sein dürften. Die vier gängigsten Marken sind Eurocard / MasterCard, Visa, American Express und Diners Club International. Man erhält eine solche Kreditkarte je nach Marke entweder über die eigene Hausbank, eine darauf spezialisierte Bank, die Kreditkartengesellschaft oder über bestimmte Clubs, bei denen auch die Förderung von Reisen zu den Clubzielen gehört, z.B. über den ADAC.

Für einen USA-Aufenthalt sind besonders die Eurocard / MasterCard und die Visa-Kreditkarte zu empfehlen. Die Diners-Club-Karte wird im Gegensatz zu Südamerika in den USA nur vergleichsweise selten akzeptiert und ist deshalb dort weniger geeignet. American Express wird wegen der hohen vom Empfänger zu zahlenden Gebühren in ihrem eigenen Stammland inzwischen mancherorts nur ungern, von einigen preiswerten Betrieben auch gar nicht angenommen, so daß sie für Touristen, die beispielsweise nicht ausgesprochen exquisit logieren und essen wollen, von durchaus zweifelhaftem Wert sein kann. Die Akzeptanz der Eurocard, die dem weltweiten Verbund von MasterCard angeschlossen ist, und der Visa-Karte hat bisher nirgendwo in den USA Schwierigkeiten bereitet. Es kann ausnahmsweise mal passieren, daß ein kleiner Betrieb gar keine Kreditkarten akzeptiert, aber selbst dann ist das mit Reiseschecks kein Problem. Bei insgesamt 120 Übernachtungen in Motels bzw. Hotels ist uns das jedoch nur zweimal passiert, also in weniger als 2 % aller Fälle.

Der Versuch die USA ohne Kreditkarte (oder heutzutage vielleicht ohne Maestro-Karte) "erobern" zu wollen, kann leicht zu ungeahnten Schwierigkeiten führen und ist daher nicht zu empfehlen. So kann es z.B. außerhalb von Touristengebieten beim Versuch, im Hotel einzuchecken, leicht passieren, daß man keines der freien Zimmer bekommt, wenn man nur bar bezahlen will oder gar kann. Das Risiko, einen Gast zu beherbergen, der mangels Kreditkarte als "nicht kreditwürdig" erscheint oder der möglicherweise durch Barzahlung seinen Reiseweg verschleiern will, weil eventuell bereits nach ihm gefahndet wird, läßt bei einem Rezeptionisten in diesem weiten Land ohne Meldewesen alle Alarmglocken schrillen. Anfang der 80-er Jahre, als Kreditkarten in Deutschland noch selten und erst nach längerer "Bearbeitungszeit" zu erhalten waren, halfen mir bei einer kurzfristig anberaumten Geschäftsreise in diesem Fall nur gutes Zureden von einem "kreditwürdigen" Geschäftspartner, der bereits im selben Motel wohnte, sowie meine wenigstens mit Unterschriften versehenen Reiseschecks. Die Erläuterungen, daß seinerzeit in Deutschland Kreditkarten völlig ungebräuchlich seien, riefen jedenfalls ungläubiges Staunen über eine derartige Rückständigkeit hervor.

Als Individualtourist sollte man also heutzutage derartige Versuche besser unterlassen, wenn man sich die Freude an einem USA-Aufenthalt nicht durch derartige Schwierigkeiten verderben lassen will. Obwohl generell eine Kreditkarte ausreicht, kann es manchmal nützlich sein, z.B. bei Verlust der Karte (bis zum Ersatz) oder bei immer mal wieder vorkommenden Leseproblemen des Magnetstreifens, wenn auch der mitreisende Partner oder ein mitreisender Freund über eine weitere Kreditkarte verfügt. Die Notwendigkeit von Karten verschiedener Marken, z.B. sowohl Eurocard als auch Visa, hat sich auf unseren Reisen dagegen nie ergeben.

 
Maestro-(EC-)Karte

Zur Klarstellung sei hier nochmals ausdrücklich gesagt, daß die zunächst nur in Europa verbreitete EC-Karte keine Kreditkarte ist und damit bisher in den USA völlig unbrauchbar war. Ursprünglich diente diese Eurocheque-Karte als Einlösegarantie der Bank für einen ausgestellten Eurocheque bis zum Gegenwert von zuerst 300 DM, später dann 400 DM. Inzwischen ist der Eurocheque Geschichte, denn er wurde wegen des aufwendigen Einziehungsverfahrens in immer weniger europäischen Ländern als Zahlungsmittel akzeptiert und schließlich ganz abgeschafft. Die EC-Karte hat sich hingegen gemeinsam mit einer Geheimnummer nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern weltweit immer mehr zum Abheben von Bargeld an Geldautomaten sowie zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen an entsprechenden Kassenterminals (Electronic Cash) mit direkter Abfrage und kurz darauffolgender Abbuchung vom eigenen Bankkonto gemausert. Bei entsprechendem Umsatz sind nämlich für den Zahlungsempfänger die Gebühren bei Electronic Cash merklich geringer als bei der Abrechnung über eine Kreditkarte.

Der Begriff Maestro-Karte (bzw. ihre alte Bezeichnung Eurocheque-Karte) und das darauf vorhandene Maestro-Symbol mit den blau-roten Kreisen sollte daher keinesfalls mit der Bezeichnung Eurocard und dem Symbol MasterCard mit den sehr ähnlich aussehenden rot-gelben Kreisen verwechselt werden. Von diesen beiden Karten ist nur die Eurocard eine Kreditkarte, eindeutig erkennbar an der 16-stelligen Kartennummer, dem Gültigkeitszeitraum und dem Namen des Inhabers, allesamt in erhabener Schrift zum möglichen Abdruck mit dem klassischen Abroller auf den zu unterschreibenden Zahlungsbeleg. Heute wird jedoch statt dessen fast ausschließlich der Magnetstreifen gelesen, um eine mögliche Sperrung der Karte elektronisch abfragen zu können, und der Zahlungsbeleg wird mit einem separaten Drucker ausgedruckt. Außerdem fehlt auf der Kreditkarte generell die eigene Kontonummer. Magnetstreifen und Unterschriftsfeld auf der Rückseite sind hingegen keine Unterscheidungsmerkmale.

Bei einer Kreditkarte braucht man generell keine Geheimnummer beim Bezahlen, sondern nur zum Abheben von Bargeld. Außerdem kann die Kreditkarte im Prinzip auch ohne Rückfrage bei der Kartengesellschaft (also Off-Line) akzeptiert werden, obwohl das aus Sicherheitsgründen kaum noch geschieht. Die Maestro-(EC-)Karte kann dagegen nur an elektronischen Kassenterminals und an Geldautomaten (also On-Line) benutzt werden, und das fast ausschließlich mit Geheimnummer, ersatzweise manchmal auch mit einem Lastschriftbeleg und Unterschrift. Die Maestro-Karte bewirkt die unmittelbare Abfrage und kurzfristige Abbuchung des zu zahlenden Betrages vom zugehörigen Konto und erfordert daher eine entsprechende Deckung (bzw. einen entsprechenden Verfügungsrahmen). Im Gegensatz dazu werden die Umsätze bei einer Kreditkarte zunächst auf einem zugehörigen Kartenkonto (als Kredit) gesammelt und nur einmal monatlich vom eigenen Bankkonto meist durch Abbuchung beglichen (daher der Name Kreditkarte).

Nach neueren Ankündigungen (Juni 2001) soll der Zahlungskomfort mit der Maestro-Karte auf Auslandsreisen rechtzeitig vor den Sommerferien 2001 weiter verbessert worden sein. Nach dieser Mitteilung stehen in den USA rund 1,8 Millionen elektronischer Maestro-Kassen und etwa 189 000 entsprechende Geldautomaten zur Verfügung. Da dies bei unserer letzten USA-Reise noch nicht der Fall war, haben wir damit bisher noch keine eigenen Erfahrungen. Da derartige Ankündigungen in der Vergangenheit jedoch oftmals der Realität teilweise sogar weit vorauseilten, hätten wir uns bei einer für den Sommer 2002 geplanten USA-Reise keinesfalls darauf verlassen, daß eine Maestro-Karte an wirklich jedem altgedienten Kassenterminal in der amerikanischen Provinz auch tatsächlich akzeptiert wird. Bedauerlicherweise mußte diese Reise jedoch wegen einer akuten schweren Erkrankung des Autors ausfallen. Außerdem waren auch die Erfahrungsberichte von uns bekannten USA-Reisenden aus dieser Übergangszeit durchaus uneinheitlich. Zu dieser Zeit war eine erprobte Kreditkarte als Reserve für alle Fälle immer noch unverzichtbar. Neuere Berichte aus den letzten fünf Jahren (2004 – 2008) bestätigen jedoch, daß man inzwischen auch in den USA vielerorts mit der Maestro-Karte bezahlen und sich an Geldautomaten problemlos mit Bargeld versorgen kann. Bei entsprechender Deckung des heimischen Kontos sind daher heutzutage Reiseschecks nicht mehr unbedingt erforderlich. Zum Buchen und Bezahlen von Hotel- bzw. Motelzimmern sollte jedoch auf eine Kreditkarte keinesfalls verzichtet werden.

 
Notfallreserve

Bei einer Reise über den großen Teich sollte man auch finanziell für unerwartete Notfälle vorsorgen. Am geeignetsten dafür ist wiederum die Kreditkarte, deren Verfügungsrahmen daher keinesfalls bereits mit den absehbaren Ausgaben ausgeschöpft werden sollte. Bei angemessener Reserve bleibt somit ein entsprechender Betrag, der ohne Bereitstellungskosten im Notfall unmittelbar verwendet werden kann. Man sollte sich nämlich keinerlei Illusionen hingeben, in den USA bei plötzlich auftretenden gesundheitlichen Beschwerden oder Unfällen etwa kostenlos auf einen deutschen Krankenschein behandelt zu werden (siehe gesundheitliche Aspekte), oder selbst bei unverschuldeten Notlagen von irgendeiner Seite finanzielle Unterstützung zu erhalten. So wird ggf. spätestens nach der ersten Hilfe eine ärztliche Behandlung erst fortgesetzt, nachdem die Bezahlung klar ist, üblicherweise nach Vorlage einer der nahezu unvermeidlichen Kreditkarten. Nicht von ungefähr wird daher dieses nützliche Stück Plastik von professionellen Geschäftsreisenden so sehr geschätzt.

Ein anderes Beispiel für eine ebenso unerwartete wie unverschuldete Notlage haben in den 90-er Jahren mehrere Flugzeugladungen von Pauschaltouristen in Florida erlebt. Während ihres dortigen Aufenthaltes wurde nämlich der deutsche Reiseveranstalter zahlungsunfähig und konnte die mit der Reise gebuchten Rückflüge nicht mehr an die betreffenden Fluggesellschaften zahlen. Damit waren die von den Reisenden bereits bezahlten Rückflugtickets zunächst einmal völlig wertlos, denn keine einzige Fluggesellschaft wollte sie dafür nach Deutschland zurückfliegen. Am schnellsten kamen die Leute nach Hause, die ein neues Ticket für den Rückflug mit einer der nächsten Linienmaschinen kaufen konnten. Die übrigen, die das nicht konnten oder wollten und auf einen organisierten Rückflug hofften, saßen zunächst einmal ohne Unterkunft da. Hotelzimmer und Verpflegung für die zusätzliche Wartezeit gab es natürlich nur gegen zusätzliche Bezahlung. Wer also als unbedarfter USA-Tourist sein restliches Geld vor dem Rückflug schon vollständig ausgegeben und keine Notfallreserve mehr hatte, sah sich damit genötigt, in der Abflughalle oder am Strand zu logieren und Kohldampf zu schieben. Auch die deutschen Vertretungen in den USA fühlten sich keineswegs zuständig, sondern bemühten sich auf Drängen der Betroffenen nur äußerst zögerlich um Ersatzrückflüge und halfen nur in einigen besonders krassen Fällen mit knappen Überbrückungskrediten für Logis, Verpflegung und Rückflug. Wie einfach wäre es gewesen, diese Zusatzausgaben zunächst mit einer Kreditkarte zu finanzieren, um zunächst einmal schnell nach Hause zu kommen, und sich dann von dort aus in der vertrauten Muttersprache um Schadenersatz aus der hoffentlich vorhandenen Konkursausfallversicherung des Reiseveranstalters zu bemühen. Dieser Fall war seinerzeit für alle unbedarften Gläubigen an die Unfehlbarkeit einer bezahlten Billigreise derart überraschend, daß die Berichte darüber in Funk, Fernsehen und Zeitungen breiten Raum einnahmen.

 
Telefonkarte

Besonders, wenn man in den USA als Individualtourist unterwegs ist, kann man von zu Hause aus kaum erreicht werden. Die Mitnahme eines europäischen (GSM-) Handys ist nutzlos, da es in den USA einen anderen Standard für Mobiltelefone gibt. Ob sich allein für eine Urlaubsreise eines der wenigen teuren Zweiband-Handys lohnt, muß natürlich jeder selbst entscheiden. Anrufe in der Heimat mit entsprechenden Berichten über die Reise von einem Münztelefon aus können leicht 5 bis 10 $ erreichen und dann abrupt zu Ende sein, wenn einem nach Einwurf von 20 bis 40 Münzen die Quarters ausgehen. Vom Hotel bzw. Motel aus sind Überseegespräche manchmal gar nicht oder oftmals nur sehr umständlich möglich, und selbst dann meistens mit gesalzenen Aufschlägen. Wenn aber ein Telefon im Motelzimmer vorhanden ist, können fast immer völlig problem- und kostenlos gebührenfreie Nummern (Vorwahl 1 800) angerufen werden. Das läßt sich mit der T-Card der deutschen Telekom für Anrufe nach Deutschland besonders vorteilhaft nutzen.

Die in weiten Kreisen wenig bekannte T-Card, die man sich rechtzeitig vor der Reise von der Deutschen Telekom (www.telekom.de) in Deutschland besorgen muß, kann man auf verschiedene Weise nutzen. Besonders attraktiv finden wir die Nutzung als sogenannte Calling Card für Gespräche innerhalb Deutschlands, von Deutschland ins Ausland oder vom Ausland nach Deutschland. Als Inhaber einer T-Card kann man in Deutschland und weiteren etwa 75 Staaten von jedem fremden Telefon (möglichst mit Tonwahl) eine gebührenfreie Zugangsnummer der deutschen Telekom anrufen und dann nach Eingabe der eigenen Kontonummer und einer persönlichen Geheimzahl (PIN) die anzurufende Telefonnummer wählen. Ein auf diese Weise augebautes Telefongespräch wird nicht dem gerade benutzten fremden Telefonanschluß in Rechnung gestellt, sondern erscheint auf der eigenen heimischen Telefonrechnung.

Das ist auf Reisen (auch in den USA) sehr bequem, da man jederzeit von jedem amtsberechtigten Telefon aus ohne Zuschläge und Abrechnungsschwierigkeiten vor Ort bequem telefonieren kann. Man braucht dafür nicht einmal die T-Card selbst, sondern nur die Zugangsnunmer in dem betreffenden Staat sowie die eigene Kontonummer und PIN. Sollte das benutzte Telefon nur über Impulswahl verfügen, wird man von einem deutsch sprechenden Operator mit dem anzurufenden Anschluß verbunden. An einem Münztelefon ist oftmals eine Münze (in den USA ein Quarter) einzuwerfen, damit man wählen kann. Diese Münze wird in aller Regel (in unserem Fall bisher immer) nach dem Gespräch beim Einhängen zurückgegeben. Auch in Hotels / Motels wurde bisher für derartige Gespräche nie etwas berechnet. Gespräche innerhalb des Auslands oder von einem in einen anderen auländischen Staat sind mit der T-Card ungünstig, weil die Verbindung generell über Deutschland aufgebaut und dann ggf. als doppeltes Überseegespräch abgerechnet wird.

Stand: 19.05.2008 / © MG


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